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  • Flamur Shala Grendel strasse 19 6004 Luzern

Cicero Cato der Ältere Über das Alter [19.04.2022]

Updated: Dec 22, 2022

"Jetzt aber hielt ich es für richtig, eine Schrift über das Alter für dich zu verfassen."

[Bild von Flamur Shala am 17.12.2022]


[Gedanken zum Grundeinkommen von Flamur Shala bis zum 19.04.2022]


[widmet die Schrift an Atticus]


"Von dieser Last, die mir mit dir gemeinsam ist, der Last des Alters, die schon herandrängt oder jedenfalls näher rückt, möchte ich nämlich dich und mich selbst erleichtert sehen."

[Methode zum "Thinking out of the box" Einzelne Begriffe in Redewendungen ändern um andere gedankliche Herangehensweise an Themen zu ermöglichen. An Stelle von "das Wochenende kommt näher", "ich gehe dem Wochenende zu". Dadurch besseren Zugang zum Konzept Zeit erhalten. Wir sehen wie die Zahlen auf digitaler Uhr sich ändern. Die Uhr bleibt jedoch am gleichen Ort. Neue Generationen lernen zählen mit digitalen Uhren. Evtl. führt dies zu schwierigem Zugang zur Mathematik. Evtl. ist durch analoge (römische Ziffernblatt) Uhren der Zugang zum Rechnen (Mathematik und damit Abstraktion) leichter.]


[Allgemeine Gedanken zum Zugang zur Mathematik Etwas abzählen lassen. Für jedes gezählte Objekt einen Strich zeichnen. Nach einiger Zeit aufzeigen dass durch den Abstand nach jedem 5. Strich das Abzählen einfacher ist, sowie weniger Fehleranfällig. Anschliessend aufzeigen, dass 5. Striche durch ein V ersetzt werden können. Klarer Nutzen durch schnelleres abzählen sichtbar. So wird der Zugang zur Abstraktion Zahl schneller gewährt. Dann aufzeigen dass V und V durch X ersetzt werden kann um aufzuzeigen dass beliebige Abstraktion möglich ist. Dann die Uhrzeit auf der Kirchenuhr ablesen lassen. (nur die vollen Stunden). Erst dann den Übergang von der analogen auf die digitale Uhr aufzeigen dass I=1 ist; II=2; III=3, IV=5weniger1; V=5; VI=5plus1; VII=5plus2; VIII=5plus3;]

"Die ganze Darstellung aber habe ich nicht Tithonos in den Mund gelegt, wie es Ariston von Keos tat, sondern dem greisen M. Cato, damit die Rede desto bedeutungsvoller Wirke. Bei ihm Lasse ich Laelius und Scipio ihrer Bewunderung Ausdruck geben, dass er sein Alter so leicht ertrage, und lasse ihn den beiden antworten."

[Scipio:] "... dass ich es nie erlebt habe, dass dir das Alter schwer wird, das den meisten alten Menschen so verhasst ist, dass sie erklären, sie trügen mit ihm eine Last, die schwerer als der Ätna sei." [Cato:] "Wer nämlich in sich selbst nicht die Voraussetzung dafür hat, gut und glücklich zu leben, für den ist jede Altersstufe beschwerlich. Wer aber alles Gute bei sich selbst sucht, dem kann nichts schlimm erscheinen, ... alle wünschen, dass sie es erreichen, doch wenn es erreicht ist, klagen sie es an;"

[Laelius:] "... auf welche Weise wir am leichtesten die zunehmende Last des Alters tragen können."

[Cato:] "Doch liegt die Schuld für alle solche Klagen beim Charakter, nicht beim Alter. Denn alte Leute, die gelassen, nicht mürrisch und nicht ungebildet sind, erleben ein Alter, das erträglich ist, ein unfreundliches und schroffes Wesen ist aber in jedem Alter beschwerlich."

[Begriffe: Tugend: -abgeleitet von taugen -Kardinaltugenden: Klugheit, Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mässigung]

[Leutseligkeit: -offene, gemütvolle und gesprächige Verhalten]

[Cato:] "So finde ich denn, wenn ich zusammenfasse, vier Gründe, weshalb das Alter beklagenswert erscheint: einmal weil es uns von der Ausübung einer Tätigkeit abhalte, zum andern weil es unseren Körper schwäche, drittens weil es uns fast sämltlicher Genüsseberaube und viertens weil es dem Tode nahe sei. Betrachten wir nun, wenn es euch recht ist, wie wichtig und wie richtig ein jeder dieser Gründe ist."

"Das Alter hindert uns an der Ausübung von Tätigkeiten"

"Es ist gerade so, wie wenn man sagen würde, der Steuermann sei bei der Schiffahrt untätig, während die einen auf die Masten steigen, andere durch die Schiffsgänge liefen, wieder andere das Kielwasser ausschöpfen, jener aber, das Steuerruder führend, ruhig auf dem Hinterdeck sitze."

"... werdet ihr finden, dass die grössten Staaten von jungen Leuten zerrüttet wurden, von den Altern aber erhalten und wiederhergestellt."

"Die Kräfte eines jungen Menschen vermisse ich nicht einmal jetzt (denn das war bei den schlimmen Seiten des Alters der zweite Punkt)"

"Man sollte das gebrauchen, was man hat, und alles, was man tut, entsprechend seinen Kräften tun."

"Ich habe nämlich niemals jenem altern und gepriesenen Sprichwort zugestimmt, das dazu auffordert, frühzeitig ein Greis zu werden, wenn man es lange sein will. Ich würde es dagegen voziehen, weniger lange ein Greis zu sein, statt vor der Zeit einer zu sein."

[Wahrt die natürliche und kindliche Neugier um sich weiter zu entwickeln. Zu lernen an statt sich frühzeitig als ausgelernt zu bezeichnen.]

"Mit einem Wort: gebrauche diese Gut, solange es da ist; wenn es nicht da ist, dann vermisse es nicht, es müsste denn sein, dass die jungen Leute die Kindheit und die ein wenig Älteren die Jugend vermissen müssen. Es gibt einen bestimmten Lauf des Lebens und einen einzigen Weg der Natur, und zwar einen einfachen. Einem jedne Abschnitt des Lebens ist seine richtige Zeit gegeben, so dass die Schwäche der Kinder, der Ungestüm der jungen Leute, der Ernst des des chon gesetzten Alters und die Reife des Greisenalters etwas ganz Natürliches hat, das manzu seiner Zeit erleben muss."

"Denn wie ich einen jungen Menschen billige, in dem sich etwas von einem alten findet, so lobe ich mir einen Greis, an dem etwas von einem Jünglich ist. Wer sich daran hält, der kann köperlich ein Greis sein, geistig wird er es niemals sein."

"... und vergegenwärtige mir abends, um mein Gedächtnis zu trainieren, nach Art der Pythagoreer, was ich an dem betreffenden Tag jeweils gesagt, gehört und getan habe. Das sind Übungen des Geistes, Trainingsläufe des Verstandes;"

"Es folgt der dritte Vorwurf gegen das Alter, nämlich die Behauptung, dass es die Freuden der Lust entbehre"

"Welch herrliches Geschenk des Lebens, wenn es uns wirklich das nimmt, was in der Jugend die schlimmste Quelle des Lasters ist!"

"Solon ... er werde älter, indem er Tag für Tag viel Neues lerne,"

"Ansehen kann man sich nicht plötzlich durch graue Haare und durch Runzeln verschaffen, sondern ein schon früher in Ehren geführtes Leben erntet am Ende die Früchte des Ansehens."

"Aber die Alten sind eigensinnig, ängstlich, jähzornig und schwierig. Sie sind, wenn wir die Wahrheit hören wollen, auch geizig. Aber das sind Fehler des Charakters, nicht des Alters. ... Doch gibt es für den Eigensinn und die genannten Fehler eine Entschuldigung, zwar keine, die sie rechtfertigt, aber eine, die man verständlich finden kann. Sie fühlen sich gering geschätzt, verachtet und verspottet. Ausserdem ruft bei einem gebrechlichen Körper jedes Ärgernis Erbitterung hervor."

"Wie nicht jeder Wein durch das Alter sauer wird, so wird es auch nicht jeder Charakter. Strenge im Alter lasse ich mir gefallen, doch wie bei andere Dingen nur mit Massen; keinesfalls billige ich Verbitterung. Was aber Geiz im Alter soll, das sehe ich nicht ein. Kann es denn etwas Unsinnigeres geben, als dass man um so mehr Reisegeld zu bekommen such, je kleiner der Rest des Reiseweges ist?"

[Auch ein Cicero ist nicht ganz objektiv: hatte evtl. keine Nachkommen.]

"Es bleibt der vierte Punkt, der Menschen unseres Alters am meisten zu ängstigen und zu beunruhigen scheint, das Nahen des Todes, der im Alter gewiss nicht weit entfernt sein kann."

"Wie armselig [arme Seele] ist doch ein Greis, wenn er in einem so langen Leben nicht erkannt hat, das der Tod gering zu achten ist!"

"Wer ist indessen so töricht, mag er auch noch so jung sein, dass er es für eine ausgemachte Sache hält, er werde bis zum Abend leben?"

"Ein alter Mensch hat aber nicht einmal etwas, worauf er hoffen kann."

"Er ist jedoch insofern in einer besseren Lage als ein junger Mensch, als er das schon erreicht hat, was jener nur erhofft. Jener will lange leben, dieser hat schon lange gelebt."

"Die Stunden und Tage, die Monate und Jahre verrinnen, und weder kommt jemals die vergangene Zeit zurück, noch kann man wissen, was folgt. Man muss jeweils mit dem zufrieden sein, was einem an Zeit zum Leben vergönnt ist."

"Bei jungen Menschen geschieht dasselbe im Widerspruch und Gegensatz zu der Natur. Das Sterben junger Menschen wirkt deshalb so auf mich, wie wenn die Kraft der Flamme von der Menge des Wassers überwältigt wird, das der alten aber so, wie wenn das Feuer, das sich verzehrt hat, ohne Gewaltanwendung von selbst erlischt. Und wie das Obst sich, wenn es unreif ist, kaum von den Bäumen reissen lässt, wenn es gereift und ausgetrocknet ist, jedoch abfällt, so nimmt den jungen Menschen die Gewalt das Leben, den alten aber die Reife."

"Pythagoras verbietet auch, ohne Befehl des Fehldherrn, das heisst Gottes, von seinem Posten und Standort im Leben zu weichen."

"Was also junge Menschen, und zwar nicht nur ungebildete, sondern sogar einfache Bauern, verachten, davor sollen sich gelehrte Greise fürchten?"

"Die Natur hat uns ja eine Unterkunft zum vorübergehenden Verweilen, nicht zum Wohnen gegeben. Wie herrlich wird der Tag sein, an dem ich mich zu jener göttlichen Versammlung und Gemeinschaft der Seelen aufmache und aus diesem verworrenenen Gedränge scheide."

[Evtl. war Cicero ein Stadtbewohner.]

"Dann breche ich ja nicht nur zu den Männern auf, von denen ich vorhin gesprochen habe, sondern auch zu meinem Cato, dem besten Sohn, den niemand an treuer Liebe übertraf. Ich musste seinen Leichnam verbrennen, während es sich doch umgekehrt geziemte, dass er es mit dem meinen tat. Doch seine Seele liess mich nicht im Stich, sondern sie hielt gewiss nach mir Ausschau, als sie in jene Gefilde entwick, in die ich offensichtlich selbst kommen soll. Ich habe dieses Unglück wohl mannhaft ertragen, nicht als ob ich es gleichgültig getragen hätte, doch ich tröstete mich selbst mit dem Gedanken, dass es keine lange Trennung und Entfernung zwischen uns geben werde."

[Enge Beziehung zu Cato.]

[Eigentlich schade dass beim Pavillon im Nationalquai Luzern keine Theaterstücke aufgeführt werden. Dieser Dialog passt evtl. ins Format hinein und könnte junge Menschen für das Theater ansprechen. Oft finden sich Talente selber. Aber ohne den ganzen Schnickschnack. Ungezwungen. Zu einer bestimmten Zeit. Ohne grosse Werbung vorher. Einfacher Auftritt jeweils am Abend. Das zieht Menschen an.]

"Aus diesen Gründen, Scipio, ist das Alter leicht, nicht nur nicht lästig, sondern sogar angenehm."

"Das war es, was ich über das Alter zu sagen hatte; mögt ihr zu ihm gelangen, damit ihr das, was ihr von mir gehört habt, durch die Erfahrung der Wirklichkeit gutheissen könnt!"

[Gutgesinnt und freundlich. Muss bei Cicero immer an Rotkehlchen denken.]

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