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  • Flamur Shala Grendel strasse 19 6004 Luzern

John Stuart Mill Über die Freiheit [02.05.2022]

Updated: Dec 22, 2022


[LU 251123. Bild von Flamur Shala am 17.12.2022]


[Gedanken zum Grundeinkommen von Flamur Shala bis zum 02.05.2022]


"Der Gegenstand dieser Abhandlung ist nicht die sogenannte Freiheit des Willens, die man so bedauerlicherweise zu der falschbenannten Lehre von der philosophischen Notwendigkeit in Gegensatz bringt, sondern bürgerliche oder soziale Freiheit, will sagen: Wesen und Grenzen der Macht, welche die Gesellschaft rechtmässig über das Individuum ausübt." "Dies ist eine Frage, die man selten stellt und die man kaum jemals theoretisch erörtert, die aber die praktischen Streitfragen unseres Zeitalters durch ihr geheimes Dasein tief beeinflusst und sich wahrscheinlich bald als die Lebensfrage der Zukunft erweisen wird."

[Gegenüberstellung der Machteinschränkung auf beiden Seiten: -"Errichtung verfassungsmässiger Schranken" für Regierungsinhaber -Einschränkung der Macht von "Volksregierung"; Bei starker Mittelschicht liegt der Brennpunkt eher bei der Einschränkung der Macht auf Seite Volksregierung, bei schwacher Mittelschicht eher bei Einschränkung der Macht von Regierungsinhaber. stark: -anteilsmässig (an Bevölkerungszahl) -von Regierung eher unabhängig Auswirkung einer entstehenden Mittelschicht: -nicht genug wohlhabend um sich Dienste (Bildung, Gesundheit, Sicherheit) privat zu leisten -genug gebildet um zu wissen welche Qualität vom öffentlichen Dienst verlangt werden kann]


"Selbstregierung ist nicht die Regierung jedes einzelnen über sich selbst, sondern jedes einzelnen durch alle übrigen. Überdies bedeutet der Wille des Volkes praktisch den Willen des zahlreichsten oder des aktivsten seiner Teile."

"es baucht auch Schutz gegen die Tyrannei des vorherrschenden Meinens und Empfindens, gegen die Tendenz der Gesellscahft, durch andere Mittel als zivile Strafen ihre eigenen Ideen und Praktiken als Lebensregeln denen aufzuerlegen, die eine abweichende Meinung haben, die Entwicklung in Fesseln zu schlagen, wenn möglich die Bildung jeder Individualität, die nicht mit ihrem eigenen Kurs harmoniert, zu verhindern und alle Charaktere zu zwingen, sich nach ihrem eigenen Modell zu formen. Es gibt eine Grenze für die rechtmässige Einmischung öffentlicher Meinung in die persönliche Unabhängigkeit, und diese Grenze zu finden und gegen Übergriffe zu schützen, ist für eine gute Verfassung der menschlichen Angelegenheiten ebenso unerlässlich wie Schutz gegen politische Willkür."

[Diese Tendenzen sind auch auf Social Media zu finden und zwar in völliger Unabhängigkeit vom Algorithmus. (Suche nach treffendem Beispiel)]

"Diese nur zu allgemeine Illusion ist eins der Beispiele des magischen Einflusses der Gewohnheit, die nicht nur, wie das Sprichwort sagt, eine zweite Natur ist, sondern auch dauernd mit ihr selbst verwechselt wird."

[Wie verändern sich die Gewohnheiten aufgrund technologischer Entwicklung? Verändern sie sich ungezwungen (um nicht den Begriff "auf eine natürliche Weise" zu verwenden)?]

"Der Zweck dieser Abhandlung ... das Verhältnis der Gesellschaft zum Individuum in bezug auf Zwang oder Bevormundung zu regeln,"

"Dies Prinzip lautet: dass der einzige Grund, aus dem die Menschheit, einzeln oder vereint, sich in die Handlungsfreiheit eines ihrer Mirglieder einzumengen befugt ist, der ist: sich selbst zu schützen. Dass der einzige Zweck, um dessentwillen man Zwang gegen den Willen eines Mitglieds einer zivilisierten Gemeinschaft rechtmässig ausüben darf, der ist: die Schädigung anderer zu verhüten. Das eigene Wohl, sei es das physische oder das moralische, ist keine genügende Rechtfertigung."

"Über sich selbst, über seinen eigenen Körper und Geist ist der einzelne souveräner Herrscher."

"Aber das besondere Übel der Unterdrückung einer Meinungsäusserung liegt darin, dass es am meschlichen Geschlecht als solchem Raub begeht, an der Nachwelt so gut wie an den Mitlebenden, an denjenigen, die von dieser Meinung nichts wissen wollen, noch mehr als an denen, die sie vertreten. Denn wenn die Meinung richtig ist, so beraubt man sie der Gelegenheit, Irrtum gegen Wahrheit auszutauschen; ist sie dagegen falsch, dann verlieren sie eine fast ebenso grosse Wohltat: nämlich die deutlichere Wahrnehmung und den lebhafteren Eindruck des Richtigen, der durch den Widerstreit mit dem Irrtum entsteht." "Wir können nie sicher sein, dass eine Meinung, die wir zu ersticken bemüht sind, falsch ist."

"Die Meinung, die man durch Autorität zu unterdrücken versucht, ist möglicherweise richtig. Sie haben nicht die Machtvollkommenheit, diese Frage für die ganze Menschheit zu entscheiden und jede andere Person von der Möglichkeit auszuschliessen, selbst zu urteilen. Wenn man sich weigert, eine Meinung anzuhören, weil man sie von vornherein für falsch hält, so bedeutet dies, dass man sich anmasst, die eigene Gewissheit für eine absolute Tatsache zu halten. Jedes Unterbinden einer Erörterung ist eine Anmassung von Unfehlbarkeit."

"Vollständige Freiheit, unserer Meinung zu widersprechen oder sie zu missbilligen, ist die einzige Bedingung, die uns rechtfertigt, sie als richtig anzunehmen zum Zweck des Handelns; unter keiner anderen Bedingung kann ein Wesen mit menschlichen Fähigkeiten eine vernüftige Sicherheit haben, im Recht zu sein."

"... denn die Mehrzahl der hervorragenden Köpfe jedes verflossenen Zeitalters hegte manche Ansichten, die heute als Irrtum erwiesen sind, ..."

[und dann die logische Schlussfolgerung daraus: wir können nie sicher sein, ob sich in Zukunft unsere Ansichten als Irrtum erweisen. Streng genommen ist dies eine Tautologie: Denn sonst gäb es keine Entwicklung. -Progress = wenn die neue Generation sich weiter entwickelt als die vorangegangene: Bsp. Mit 36 weiter entwickelt sein als mein Vater mit 36. -Regress = wenn die neue Generation weniger weit entwickelt als die vorangegangene ist: Bsp. Mit 36 weniger weit entwickelt sein als mein Vater mit 36.]

"... der Quelle alles Achtenswerten im Menschen als denkendem oder sittlichem Wesen, nämlich: dass er seine Irrtümer korrigieren kann. Er ist fähig, seine Missgriffe durch Diskussion und Erfahrung richtigzustellen." "Falsche Urteile und Bräuche geben allmählich den Tatsachen und Überlegungen Raum." "Da alle Wucht und aller Wert menschlichen Urteils also nur von der einen Eigenschaft abhängt: dass man es berichtigen kann, wenn es falsch ist, so kann man sich nur dann darauf verlassen, wenn die Mittel zur Korrektur stets zur Hand sind." "Wie ist es denn gekommen, dass irgend jemandes Urteil wirklich das Vertrauen rechtfertigt? Weil er sich für die Kritik seiner Worte und Taten offen hielt. Weil er auf all das zu hören pflegte, was man gegen ihn sagen konnte, ..."

[Allgemeine Gedanken zum Thema "ständiger Stresstest der eigenen Überzeugungen" ohne in Verruf zu geraten: Wenn man die eigenen Ansichten fit halten möchte, so ist es wichtig die Entwicklung von Argumentationen (entwickeln sich mit dem technologischen Fortschritt) zu beobachten, damit man nicht auf einmal wortlos da steht. Wortlos da stehen kann man auch sehr oft bei sogenannter Scheinargumentation. Ein Beispiel wird herangezogen auf den im ersten Blick nichts einzuwenden ist. Damit man dem zeitig entgegensteuern kann, möchte ich als Privatperson beispielsweise auf Social Media Personen folgen welche eben nicht oder überhaupt nicht meinen persönlichen Überzeugungen entsprechen, wohlwissend aber dass sie starken Einfluss auf den öffentlichen Diskus haben. (unabhängig wie Irrwegig ihre Äusserungen sind). Ohne richtige Gegenargumente ist man dann verloren. Gegenargumente werden nicht von heute auf morgen aufgestellt. Teilweise ist die Lösung sehr einfach, nur müssen entsprechende Gedankengänge zeitig an richtiger Stelle platziert werden.]

[Wenn ich also nun ein Geschäft habe welches in drei verschiedenen Ländern tätig ist, wo jeweils unterschiedliche Diskurse stattfinden, so braucht es fundierte Analysen. Fundierte Analysen können nur durch richtig (schliesst rechtzeitig mit ein) informierte Personen aufgestellt werden). Gleichzeitig möchte man sich aber nicht als Gelehrter oder angehender Gelehrter oder ähnliches hinstellen, um keine Zeit mit Schlagabtausch zu verlieren. Zudem soll die Einwirkung auf einen so unfiltriert wie möglich sein. Welche Personen in einer Gesellschaft den Diskurs leiten, das weiss man dann relativ schnell. Man nenne diese Personen das leitende Spektrum: wenn ich nun all diesen Personen folgen möchte. Muss ich dann damit rechnen, dass ich von allen Seiten durchleuchtet werde? Angenommen der seltenste Fall tritt ein: jemand ist weit aus intelligenter als eine Person welche diese bewerten soll. Beste Lehrer in der Schweiz, arbeit im Ausland. Wie kommt man dann aus dem Radar wieder heraus? Mit natürlichem Verhalten scheint es eben nicht zu funktionieren. Soll man dann niemandem folgen? (Gefahr nicht informiert zu sein: Machtverlust: dadurch als Unternehmer unverantwortlich) Soll man besichtigen aber nicht folgen? (Erst recht verdächtig)]

[Allgemeine Gedanken zum Thema Scheinargumentation: In der Scheinargumentation gewinnen jene welche die beste Scheinargumentation aufstellen können: den besten Schein aufstellen und bewahren. Scheinargumentationen hatten früher eher lokale oder allerhöchstens regionale Resonanzkraft. Man stelle sich einmal jährlich den Besuch von jemandem welcher im Ausland studiert hat. Kommt zurück und kippt die Scheinargumentation um: entweder durch eine bessere Scheinargumentation oder durch richtige Argumentation. Scheinargumentationen sind heute globaler Natur: weshalb es sinnlos ist ihr mit Scheinargumentation zu begegnen. Nur noch richtige Argumentation hilft. Mit Halbwahrheiten kann man gegen Halbwahrheiten vorgehen, aber nicht gegen Wahrheiten. Da aber Halbwahrheiten heute aufgrund technologischer Entwicklung internationaler Natur sind, ist der Versuch diese durch bessere Halbwahrheiten zu überstimmen zwecklos.]

"... lässt bei der Heiligsprechung einen 'Advokaten des Teufels' zu und hört ihn geduldig an. Auch der heiligste der Menschen kann anscheinend jenseits des Grabes nicht zu Ehren kommen, ehe nicht alles, was der Teufel gegen ihn zu sagen hat, erklärt und erwogen ist."

[advocatus diaboli]

"Unsere gesichertsten Überzeugungne haben keine verlässlichere Schutzwache als eine ständige Einladung an die ganze Welt, sie als unbegründet zu erweisen."

"Die Geschichte strotzt von Beispielen, wo man die Wahrheit durch Verfolgung niedergehalten hat. Wenn man sie nicht für immer unterdrückt, kann man sie doch für Jahrhunderte zurückwerfen." "Es ist ein Stück eitler Sentimentalität, zu glauben, dass der Wahrheit als solcher eine angeborene Kraft innewohne, die dem Irrtum versagt bliebe und die gegen Kerker und Scheiterhaufen die Oberhand gewinne. Die Menschen sind nicht eifriger für die Wahrheit als für den Irrtum, und ausreichend Anwendung gesetzlicher oder selbst gesellschaftlihcer Strafen pflegt gewöhnlich die Verbreitung von beidem zu stoppen."

"Der wirkliche Vorteil der Wahrheit besteht darin: wenn eine Meinung richtig ist, mag man sie einmal, zweimal, ja vielmals auslöschen, aber im Laufe der Zeit finden sich im allgemeinen Leute, die sie wiederentdecken, bis einmal eine ihrer Wiedererscheinungen in eine Zeit fällt, wo sie durch günstige Umstände der Verfolgung entgeht, bis sie so kräftig ist, allen nachfolgenden Versuchen zur Unterdrückung zu widerstehen."

"... und es muss nachgewiesen werden, warum jene andere Theorie nicht richtig sein kann." "Von dem zweitbesten Redner des Altertums wird bezeugt, dass er seines Gegners Sache mit ebenso grosser, wenn nicht grösserer Intensität studierte wie seine eigene."

"Wenn man die Lehrer der Menschen über alles, was sie wissen müssen, auf dem laufenden halten soll, dann muss man frei schreiben und ohne Einschränkung veröffentlichen dürfen." "Sowohl Lehrer wie Jünger schlafen auf ihrem Posten ein, sobald kein Feind in Sicht ist."

"Sie waren darauf gerichtet, sich zu vergewissern, dass der Schüler seine eigene Meinung und (in notwendiger Entsprechung) die gegnerische verstehe und die Begründung der einen zu verstärken, die der andern zu bestreiten wisse." "Es ist heute Mode, negative Logik herabzusetzen, weil sie Schwächen in der Theorie oder Irrtümer in der Praxis nachweist, ohne positive Erkenntnisse herauszustellen." " ... nur durch Unterschiedlichkeit der Meinungen - so wie einmal der menschliche Intellekt beschaffen ist - eine Möglichkeit besteht, allen Seiten der Wahrheit faires Spiel zu verschaffen."

"Aber der Zusammenstoss der Meinungen übt seine heilsame Wirkung auch nicht auf den leideschaftlichen Parteigänger, sondern auf die ruhigeren und unbefangeneren Anwesenden aus. Nicht der heftige Konflikt zwischen den verschiedenen Teilen einer Idee, sondern die stillschweigende Unterdrückung der einen Hälfte von ihr ist das furchtbare Übel." "Es ist immer noch Hoffnung, wenn man die Menschen zwingt, beide Seiten anzuhören; wenn sie dagegen bloss eine hören, dann geschieht es, dass Irrtümer sich zu Vorurteilen verhärten und die Wahrheit selbst aufhört, den Effekt der Wahrheit zu haben, weil man sie zur Falschheit übertreibt." "Und da sehr wenige geistige Fähigkeiten seltener sind als urteilende, welche einsichtig über zwei Seiten einer Sache, von denen nur eine durch Anwalt vertreten ist, zu Gericht sitzen kann, so hat die Wahrheit ihre Chance nur in dem Verhältnis, wie jede ihrer Seiten, jede Meinung, die irgendeinen Bruchteil der Wahrheit verkörpert, nicht nur Anwälte findet, sondern sie auch so verteidigt, dass man sie anhört."

"... für das geistige Wohlbefinden der Menschheit (wovon alle andere Wohlfahrt abhängt) die Freiheit der Meinung und die Freiheit, diese auch auszudrücken, notwendig ist, und zwar aus vier Gründen, die wir kurz wiederholen wollen." "Erstens: Wenn man eine Meinung zum Schweigen zwingt, so kann sie doch, soweit wir wissen können, richtig sein. Das leugnen, hiesse unsere eigene Unfehlbarkeit beanspruchen." "Zweitens: Mag auch die zum Schweigen gebrachte Meinung irrig sein, so kann sie doch - was häufig genug verkommt - ein Körnchen Wahrheit enthalten." "Drittens: ... sondern sogar die ganze Wahrheit enthielte, so würden die meisten derer, die sie teilen, sie nur als eine Art Vorurteil annehmen, mit wenig Verständnis oder Sinn für ihre verstandesmässige Begründung, wenn man nicht zulässt, ja sogar darauf besteht, sie in vollem Ernst zu bekämpfen." "Viertens: Das Dogma wird ein rein formales Bekenntnis, wirkungslos für das Gute, doch wird es den Grund überdecken und dadurch das Wachstum einer wirklichen, von Herzen gefühlten Überzeugung aus Vernunft oder Erfahrung verhindern."

"Im allgemeinen können Meinungen, die der allseits verbreiteten zuwiderlaufen, nur durch geflissenlichte Mässigung im Ausdruck und höchst vorsichtige Vermeidung unnötiger Ärgernisse Gehört erlangen."

"So wie es nützlich ist, dass es Meinungsverschiedenheiten gibt, solange die Menschen unvollkommen sind, so ist es ebenso vorteilhaft, dass man den verschiedenen Charaktereigenschaften Spielraum lässt ohne Schaden für andere, und dass man den Wert verschiedener Lebensarten praktisch ausprobiert, wenn irgend jemand es für richtig hält, sie zu versuchen."

[Eine oft falsch verstandene Einstellung: Bedeutet nicht dass diejenigen welche gleich sein wollen, nicht gleich sein dürfen und zur Individualität gezwungen werden. Es bedeutet lediglich, dass aus der Reihe tanzende Personen ihren individuellen Weg gehen möchten. Bsp. Highperformer (unabhängig der Disziplin) kennen Bedingungen unter welchen sie Höchstleistung erbringen. -Puller haben die Möglichkeit ihr Burn out in einem Umfeld zu überstehen ohne dabei Gefahr zu laufen dass dadurch langfristige Nachteile entstehen (Skandale und ähnliches) -Pusher haben diese Möglichkeit nicht: können finanziell gesehen nicht für einen längeren Zeitraum in die Ferien; haben kein Haus mit genug Land; Auch hier: mit dem Grundeinkommen hat die Wirtschaft weit aus mehr Highperformer: Pusher welche sich dann dank Grundeinkommen für 6 bis 12 Monate zurück ziehen können.]

"Die menschlichen Fähigkeiten der Auffassung, des Urteilens, des Unterscheidungsvermögens, der geistigen Energie, selbst die der moralischen Wertschätzung kann man nur dadurch üben, dass man eine Wahl trifft. Wer etwas tut, weil es Sitte ist, wählt nicht. Er erlangt keine Übung, das Beste zu erkennen oder zu erstreben. Die geistigen und moralischen Kräfte werden, wie die der Muskeln, nur durch den Gebrauch stark."

[Moral einfach definiert: das tun was man allen sagen (oral) kann.]

"Und wenn die Beweggründe einer Handlung nicht zu seinen eigenen Gefühlen und Eigenschaften stimmen, so werden seine Gefühle und sein Wesen dadurch träge und schlaff statt aktiv und energisch." "Menschliche Natur ist nicht eine Maschine, nach Modell gebaut und ans Werk gesetzt, um genau die vorgeschriebene Arbeit zu machen, sondern ein Baum, der wachsen und sich nach allen Seiten ausbreiten will gemäss dem Gesetz der ihm innewohnenden Kräfte, die ihn zu einem lebenden Organismus machen."

"Was würde dem Besten und Tiefsten in mir freies Spiel geben und ihm ermöglichen zu wachsen und zu gedeihen? Nein, sie fragen sich: Was ist meiner Lage angemessen? Was tun Leute meines Ranges und in meiner finanziellen Lage? Oder (noch schlimmer!): was tun Leute von höherem Range und besseren Verhältnissen? ... Es fällt ihnen gar nicht ein, eine andere Neigung zu verspüren, ausser zu dem, was üblich ist. So wird der Geist selbst ins Joch gebeugt; ... bis durch dauerndes Nichtbefolgen ihrer eigenen Natur keine Natur mehr da ist ... " [Solche Entwicklungen werden auf natürliche Weise vermieden, indem Pushern keine zusätzlichen Hindernisse in den Weg gelegt werden.] "Nicht dadurch, dass man alles Individuelle zur Einförmigkeit abflacht, sondern indem man es ausbildet und seine Kräfte aufbietet - innerhalb der durch die Rechte und Interessen anderer gezogenen Grenzen - wird das menschliche Wesen zu einem edlen und schönen Gegenstand der Betrachtung."

"... dass Individualität und Entwicklung eins sind, und dass einzig ihre Pflege wohl entwickelte menschliche Wesen hervorbring oder bringen kann ..." "... Originalität ein wertvolles Element in menschlichen Angelegenheiten ist ... um neue Wahrheiten zu entdecken ..." "Genies sind allerdings eine kleine Minderheit und werden es wahrscheinlich bleiben, aber um sie zu empfangen, muss man notwendigerweise den Boden, in dem sie wachsen, vorbereiten. Das Genie kann nur frei atmen in einer Atmosphäre von Freiheit." "Personen von Genie sind ex vi termini (gemäss Ausdruck) individueller als andere Leute, folglich weniger fähig, sich ohne schmerzhaften Zwang in ein der wenig zahlreichen Formen hineinzupassen, die die Gesellschaft bereithält, um ihren Mitgliedern die Mühe zu ersparen, sich selbst eine Charakter zu formen." "dass nichts jemals getan wurde, ohne dass einer als erster es tat"

"Wenn sie [unorigenelle Personen] seine Bedeutung einsähen, dann wäre es keine Originalität mehr. Der erste Dienst, den Originalität ihnen zu leisten hätte, ist der, ihnen die Augen zu öffnen; ist das vollständig gelungen, dann hätten sie eine gute Gelegenheit, selbst originell zu werden."

[Oft ist die Reaktion nach dem Augen öffnen auch: -"das wussten wir schon" auch wenn dies nicht der Wahrheit entspricht -"jetzt wissen wir was zu tun ist, jetzt wollen wir selber weiter machen"

Es kann hilfreich sein, sich Menschen als ihr inneres Kind vorzustellen: Sich also Fragen wie war jene Person in der Kindheit? Welches Verhalten hatte jene Person im Sandkasten? In der Primarschule? Oberstufe? Es entspannt die eigene Haltung und entkräftet dadurch Streitpotential: Abwehr von Konflikt. Auch hier ist das Grundeinkommen produktitvitätsfördernd. -Menschen näher an der absoluten Mitte können sich auf das konzentrieren was sie am besten können: mit ihren eigenen Methoden schneller lernen. -Weniger Frust da keine Anerkennung ( = mehr Motivation) für selbst erarbeitete Lösungen und in Gesprächen verbreitete Meinungen: erhöht Gesamtproduktivität]

[Das Pusher Dilemma wird von John Stuart Mill wie von keinem anderen durchleuchtet. Die technische Entwicklungen verlangen nach Grundsatzentscheidungen. Social Design wird immer wichtiger. Übrigens genau jenes Departement welches meiner Meinung nach der HSLU fehlt, um einen Unique Selling Point über die Landesgrenzen hinaus anzubieten. Mit den von ihm behandelten Themen kann der Gesellschaft eine Art natürlicher Auftrieb verliehen werden. Oder um es umgekehrt auszudrücken: das Abwürgen des gesellschaftlichen Motors wird verhindert.]

"Wann steht es still? Wenn es aufhört, Individualität zu besitzen."

[In welchem Zeitraum still? In einem Zeitraum von vier Jahren? 10 Jahre? Eine Generation (definiere es als Zeitraum von 30 Jahren)? Drei Generationen (90 Jahre: Kreislauf Pusher - Puller - Puller)? Anders gefragt: wie lange darf Zwecks Fortschritt auf Freiheit verzichtet werden? (Siehe Fortschrittsprinzip: Geist der Freiheit vs. Geist des Fortschritts)]

"Die Menschheit gerät rasch ausserstande, Verschiedenartigkeit zu begreifen, wenn sie einige Zeit ihren Anblick nicht mehr gewohnt ist."

"Wo ist denn nun also die gerechte Grenze für die Herrschaft des Individuums über sich selbst? Und wo beginnt die Autorität der Gesellschaft? Ein wie grosser Teil des menschlichen Lebens sollte dem Individuum, wieviel davon der Gesellschaft vorbehalten sein?"

"Dem Individuum sollte der Teil des Lebens gehören, bei dem hauptsächlich der einzelne interessiert ist, der Gesellschaft dagegen der Teil, an dem die Gemeinschaft ihr Interesse hat."

[Wenn von diesem Prinzip Gesetze in der Zeit der Digitalisierung abgeleitet werden, so ergeben sich einige praktische Schwierigkeiten. Wie müsste das Prinzip heute lauten? "Verhalte dich stets so wie wenn alle dich sehen und deine Kommunikation lesen könnten"? (Amsterdamer Tranparenz: Keine Vorhänge. Oder sollte das Prinzip lauten "verhalte dich so wie du bist, mit dem Hintergedanken dass sowiso von allen Personen unvorteilhafte Daten vorhanden sind"?]

["seinen Mitgeschöpfen verantwortlich"]

"Grausamkeit der Veranlagung, Arglist und Bosheit, die unsozialste und gehässigste aller Leidenschaften: Neid, Heuchelei und Unaufrichtigkeit, Reizbarkeit aus ungenügendem Anlass, Groll, der in keinem Verhältnis zur Herausforderung steht, die Sucht, andere zu tyrannisieren, der Wunsch, mehr als seinen Anteil am Gewinn zu ziehen, der Stolz, der seine Befriedigung in der Erniedrigung anderer findet, die Selbstsucht, die sich und ihre Belange wichtiger als alles andere nimmt und alle zweifelhaften Fragen zu eigenen Gunsten entscheidet"

[Als Abgrenzung hierzu gibt es da noch die "Was man Pflichten gegen sich selbst nennt, hat keine soziale Verbindlichkeit..."]

[Allgemeine Gedanken zum Thema Bewertung von Neigungen dank Digitalisierung:

Beispiel: Jemand sieht sich ein kurzes Video an und lacht. Im Video ist in der Haupthandlung etwas zu sehen wobei das Lachen einer schlechten Neigung zugeschrieben werden kann. Je nach dem ist jedoch das Lachen auf etwas anderes zurückzuführen: eine gedankliche Verbindung mit einer eigenen Erfahrung: -Moment wo Lachen nicht zulässig ist -in der Sequenz ist eine Stimme, eine Person oder ein Gegenstand welches den Betrachter an etwas bestimmtes erinnert Angenommen man versuche aufgrund von Algorithmen anhand der Reaktion eines Menschen ein Profil zu erstellen bzw. seine negativen Neigungen abzulesen. -Ist dies zuverlässig genug und damit zulässig? Braucht es einen Hinweis: dies sei nicht akkurat? (also nicht 100% sicher) -Wenn es nicht akkurat ist, ist es dann bei allen Menschen nicht akkurat? Oder sinkt die Exaktheit umso näher die bewertete Person der absoluten Mitte steht?

Und dann noch der bewusste Missbrauchsfall: man wisse über eine Person sehr viele Einzelheiten woven ein Aussenstehender nicht weiss: dann platziere man genau solche Elemente in den Videos die ein Lachen hervorbringen. Und zwar in Videos wo man eher nicht lachen sollte.

Wie können also solche Missbräuche in der Verwendung von Technologie verhindert werden?

Man denke auch an die Konditionierung: Kann sogar die Reihenfolge der Videos ein Lachen hervorbringen? Falls ja, wie wird eine solche missbräuchliche Verwendung neuster Technologien verhindert?

Menschen welche andere bewerten (können: das ist auch immer eine Frage) werden wahrscheinlich eher in der Lage sein dies bei persönlichem Kontakt zuverlässig zu tun: "ich kann ihn nicht riechen".

Beispiele möglicher Manipulation solcher Tests: Man zeige jemandem ein Video (es gibt auf Tiktok zum Beispiel ein Video: -da hört man eine Person im Nebenzimmer stöhnen, -die Person mit der Kamera bewegt sich im Flur und -der Text im Bild lautet in etwa "die ukrainische Schwester braucht Hilfe"

Angenommen man unterlege das Video mit dem Stöhnen der Ex-Freundin des Betrachters: dann wird dies den Betrachter enorm irritieren und zwar über mehrere Videos hinweg. Dadurch könnten falsche Profile erzeugt werden.

Oder: Es gibt Verhaltensweisen welche wir nur dem Liebespartner zeigen: die Intimität der Zärtlichkeit (sogenanntes "schmusen") ist anders im Familienkreis und anders dem Partner gegenüber. Und sie ist dann noch teilweise unterschiedlich von Partner zu Partner: sei es aufgrund Resonanz oder Entwicklung von Partner zu Partner. Kurz gesagt: nur der betreffende Partner kennt dieses Verhalten.

Man zeige nun einer Person die bewertet werden soll ein Video mit einer Person die sich sehr ähnlich verhält: auch da kann eine enorme Irritation über mehrere Videos oder sogar in Bezug auf jene Applikation herbeigeführt werden

Beispiele möglicher Fehlresultate solcher Tests: Angenommen solche Tests werden in der Zukunft eingeführt. Dann müssen solche Tests auf Daten (Erfahrungswerte) beruhen.

Was wenn ab einem Moment jemand denkt diese Form der Profilerstellung werde durchgeführt, unabhängig davon ob dies stimmt oder nicht. Dann steht seine Reaktion in Abhängigkeit seiner Erwartung. Die Erwartungen können sein: -man denkt sowas wird durchgeführt: immer -man denkt sowas wurde durchgeführt: innerhalb einer kurzen Zeitspanne

Diese Erwartungen haben Auswirkung auf das Verhalten einer Person. Wie kann man also sicher sein beim Verwenden eines solchen Tools ob der Algorithmus auf die richtigen Erfahrungswerte eingestellt ist?]

[Als Abgrenzung hierzu gibt es da noch die "Was man Pflichten gegen sich selbst nennt, hat keine soziale Verbindlichkeit..." "Pflichten gegen sich selbst" Was bedeutet Pflichten gegen sich selbst? Darf man davon ausgehen dass ein Mensch welcher sich beim Autofahren nicht angurtet sein Leben (bzw. seine Unversertheit) weniger schätzt als eine Person welche sich angurtet? Falls ja, welche Folgen hat das? Darf dann der Staat bei einer Person weiter gehen als bei einer anderen? Werden in Zukunft die Grenzen der Autorität individuell gesetzt? Falls ja, basierend auf welchen Annahmen? Oder wird ähnlich wie im Versicherungswesen eine Bezugsgrösse gewählt? Falls ja, welche Bezugsgrösse? Was ist mit Menschen welche sich in zwei oder mehreren Gruppen sozialiseren? Welches Gruppenverhalten wird dann als Bezugsgrösse herangezogen? Jedesmal die Bezugsgruppe welches einen in ein gutes Licht rückt? Oder genau umgekehrt: jedesmal die Bezugsgruppe welche einen in ein schlechtes Licht rückt?]

"Der stärkste aller Gründe gegen die Einmischung der Öffentlichkeit in rein persönliche Handlungen ist aber, dass sie der grösseren Wahrscheinlichkeit nach fälschlich oder am falschen Platze erfolgt."

[John Stuart Mill ist in der Grenzziehung nicht ganz klar. Er selber überschreitet die Grenze gleich am Anfang von seinem Werk indem er von Bevormundung ganzer Völker spricht. Ein einzelner Mensch kann bevormundet werden und dies nur unter ganz bestimmten Kriterien. Bevormundung ist ein schwieriger und schwerwiegender Eingriff: vor den Mund stellen.]

[Allgemeine Gedanken zum Thema Autorität und Grenzziehung: Irgendwann in unserer Kindheit entscheiden wir uns ob wir lieber Basketball oder Fussball spielen. Wir ziehen eine Grenze unserer Neigung entsprechend ob wir lieber mit den Händen ballspielen oder mit den Füssen. Unabhängig davon worauf diese Neigung zurück zu führen ist, entscheiden wir uns eher für nur eine dieser Sportarten. Bei beiden Neigungen gibt es kein richtig oder falsch. Wenn diese zwei Begriffe in diesem Zusammenhang verwerndet werden sollen, dann nur folgendermassen: "Basketball fühlt sich für mich richtig an." oder "Fussball fühlt sich für mich richtig an." Es wäre völlig absurd ernsthaft zu behaupten: "Basketball fühlt sich für dich falsch an." oder "Basketball ist für dich die falsche Sportart." (Gleiches gilt auch für Fussball. (Überlege dir Beispiele wo genau solche absurde Behauptungen verwendet werden, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Grund: wahrscheinlich in der Vergangenhet aufgrund Effizienzgründen: Digitalisierung sollte eigentlich mehr Individualisierung erlauben)]

"Die Grundregeln sind: Erstens, dass das Individuum der Gemeinschaft nicht für seine Handlungen verantwortlich ist, soweit diese nur seine eigenen Interessen betreffen. Beratung, Belehrung, Überredung und Abbruch des Verkehrs seitens anderer - falls diese es für richtig halten - sind die einzigen Massnahmen, durch welche die Gesellschaft rechtmässig Missfallen oder Missbiligung seines Verhaltens ausdrücken kann. Zweitens, dass für solche Handlungen, die den Interessen anderer zuwiderlaufen, das Individuum verantwortlich ist und die Gesellschaft ihm eine soziale oder gesetzliche Strafe auferlegen kann, wenn sie der Meinung ist, dass die eine oder die andere zu ihrem Schutz nötig sei."

"Der Wert eines Staates ist auf lange Sicht der Wert der Individuen, die ihn bilden. Und ein Staat, der die Interessen der geistigen Entwicklung dieser Individuen vernachlässigt zugunsten einer etwas besser funktionierenden Verwaltung oder jenes Anscheins davon, den die Praxis im jeweiligen Detail liefert, ein Staat, der seine Menschen verkümmern lässt, um an ihm - selbst für nützliche Zwecke - gefügige Werkzeuge zu besitzen, wird merken, dass mit kleinen Menschen wahrlich keine grossen Dinge vollbracht werden können und dass die Vervollkommnung der Maschinerie, der er alles geopfert hat, schliesslich doch nichts nutzt. Denn er hat es vorgezogen, die lebendige Kraft zu verbannen, damit die Maschinerie glatter laufe."

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