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  • Flamur Shala Grendel strasse 19 6004 Luzern

Max Weber Politiker als Beruf [14.06.2022]

Updated: Dec 22, 2022

"... von uns Nationalökonomen ..."


[In Spiegu chasch nur luege aber chasch ne aebe nid aluege! (Hinweis und Achtung jetzt kommt es: SPOILER ALERT: Im vorangegangenen Text wird bewusst die sogenannte Whatsapp-Slang Sprache mit dem Einsatz vom alten ue=ü gewürzt.) Bild von Flamur Shala am 19.12.2022]


[Gedanken zum Grundeinkommen von Flamur Shala bis zum 14.06.2022]

"Frage: Wie gestaltet sich Wissenschaft als Beruf im materiellen Sinne des Wortes? ... Wie gestaltet sich die Lage eines absolvierten Studenten, der entschlossen ist, der Wissenschaft innerhalb des akademischen Lebens sich berufsmässig hinzugeben?"

[Mit dem Grundeinkommen können Menschen auch später in ihrem Leben den Beruf des Wissenschaftlers auswählen.]


[Politique Comparée: Max Weber vergleicht den Beruf als Wissenschaftler in Deutschland und in den USA.]


"Der Gegensatz bedeutet praktisch: dass bei uns die Laufbahn eines Mannes der Wissenschaft im ganzen auf plutokratischen Voraussetzungen aufgebaut ist. Denn es ist ausserordentlich gewagt für einen jungen Gelehrten, der keinerlei Vermögen hat, überhaupt den Bedingungen der akademischen Laufbahn sich auszusetzen. Er muss es mindestens eine Anzahl Jahre aushalten können, ohne irgendwie zu wissen, ob er nachher die Chancen hat, einzurücken in eine Stellung, die für den Unterhalt ausreicht."

"In den Vereinigten Staaten dagegen besteht das bürokratische System. Da wird der junge Mann von Anfang an besoldet. Bescheiden freilich. Das Gehalt entspricht meist kaum der Höhe der Entlohnung eines nicht völlig ungelernten Arbeiters."


"Die Frage: ob man grundsätzlich jeden, als tüchtig legitimieren, Gelehrte habilitieren [die Lehrerlaubnis erteilen] oder ob man auf den Lehrbedarf Rüchsicht nehmen, also den einmal vorhandenen Dozenten ein Monopol des Lehrens geben solle, ist ein peinliches Dilemma."

[Mit dem Grundeinkommen löst sich dieses Dilemma auf. Abgesehen davon ist dieses Dilemma in der Frage völlig losgekoppelt von der Qualität. Die Entscheidung hingegen hat sehr wohl einen Einfluss auf die Qualität.]

"Das bedeutet aber eine Steigerung derGefahr, dass der betreffende Fachordinarius, bei subjektiv grösster Gewissenhaftigkeit, doch seine eigenen Schüler bevorzugt."

[Eine Intertia(Trägheit) der Einstellungen.]

"Persönlich habe ich den Grundsatz befolgt: dass ein bei mir promovierter Gelehrter sich bei einem andern als mir und anderswo legitimieren und habilitieren müsse. Aber das Resultat war: dass einer meiner tüchtigsten Schüler anderwärts abgewiesen wurd, weil niemand ihm glaubte, dass dies der Grund sei."

"Die grossen Institute medizinischer oder naturwissenschaftlicher Art sind staatskapitalistische Unternehmungen."

" ... und die trotz aller Tüchtigkeit innerhalb dieses Ausleseapparates nicht an die Stelle gelangen, die ihnen gebühren würde."

"Denn man muss sich weiter verdeutlichen: es liegt nicht nur an der Unzulänglichkeit der Auslese durch kollektive Willensbildung, dass die Entscheidung der akademischen Schicksale so weitgehend 'Hasard' ist."

[Wie kann dieses Problem gelöst werden? Wie sieht es eigentlich in der offenen Gemeinde aus? Verhält es sich dort auch so? Oder ist es dort erst recht so? Wird das Grundeinkommen dieses Problem lösen?]

[Literatur: -Hermann von Helmholtz -Leopold von Ranke -Rudolf von Ihering -Karl Weierstrass -Lew Tolstoj: Entzauberungsprozess als Thema seiner Werke -Sokrates -Aristoteles -Lionardo -Galilei -Bacon -Spener -Nietzsche -Dietrich Schäfer]

"Im Gegensatz zu Frankreich aber haben wir keine Körperschaft der 'Unsterblichen' der Wissenschaft, sondern es sollen unserer Tradition gemäss die Universitäten beiden Anforderungen: der Forschung und der Lehre, gerecht werden. Ob die Fähigkeiten dazu sich aber in einem Menschen zusammenfinden, ist absoluter Zufall."

"Eine wirklich endgültige und tüchtige Leistung ist heute stets: eine spezialistische Leistung. Und wer also nicht die Fähigkeit besitzt, sich einmal sozusagen Scheuklappen anzuziehen und sich hineinzusteigern in die Vorstellung, dass das Schicksal seiner Seele davon abhängt: ob er diese, gerade diese Konjektur an dieser Stelle dieser Handschrift richtig macht, der bleibe der Wissenschaft nur ja fern. Niemals wird er in sich das durchmachen, was man das 'Erlebnis' der Wissenschaft nennen kann."

"Hier wie dort muss dem Menschen etwas - und zwar das Richtige - einfallen, damit er irgend etwas Wertvolles leistet. Dieser Einfall aber lässt sich nicht erzwingen." "Nur auf dem Boden ganz harter Arbeitet bereitet sich normalerweise der Einfall vor. Gewiss: nicht immer. Der Einfall eines Dilettanten kann wissenschaftlich genau die gleiche oder grössere Tragweite haben wie der des Fachmanns." "Viele unserer allerbesten Problemstellungen und Erkenntnisse verdanken wir gerade Dilettanten." "Der Dilettant unterscheidet sich vom Fachmann - wie Helmholtz über Robert Mayer gesagt hat - nur dadurch, dass ihm die feste Sicherheit der Arbeitsmethode fehlt, und dass er daher den Einfall meist nicht in seine Tragweite nachzukontrollieren und abzuschätzen oder durchzuführen in der Lage ist. Der Einfall ersetzt nicht die Arbeit. Und die Arbeit ihrerseits kann den Einfall nicht ersetzen oder erzwingen, so wenig wie die Leidenschaft es tut."

"Aber er [der Einfall] kommt, wenn es ihm, nicht, wenn es uns beliebt. Es ist in der Tat richtig, dass die besten Dinge einem so, wie Ihering es schildert: bei der Zigarre auf dem Kanapee, oder wie Helmholtz mit naturwissenschaftlicher Genauigkeit für sich angibt: beim Spaziergang auf langsam steigender Strasse, oder ähnlich, jedenfalls aber dann, wenn man sie nicht erwartet, einfallen, und nicht während des Grübelns und Suchens am Schreibtisch."

"Welches aber ist die innere Stellung des Mannes der Wissenschaft selbst zu seinem Beruf?"

"Wer von uns auf der Strassenbahn fährt, hat keine Ahnung, wie sie das macht, sich in Bewegung zu setzen. Er braucht auch nichts davon zu wissen. Es genügt ihm, dass er auf das Verhalten des Strassenbahnwagens rechnen kann, er orientiert sein Verhalten daran; aber wie man eine Trambahn so herstellt, dass sie sich bewegt, davon weiss er nichts."

[Sollen mit dem Grundeinkommen alle zu Amateur Wissenschaftler herangezogen werden? Nach dem Prinzip: Nur wenn man einen Gegenstand in der Theorie herstellen kann, darf man ihn benutzen. Wir benutzen viele Dinge, deren Funktionsweise wir eigentlich nicht verstehen. Würde wir in die Zeit zurück gehen, so wüssten wir: da gab es so einen Gegenstand welcher gewisse Dinge tun konnte. Aber wir könnten nicht deren Erfinder werden, da uns das entsprechende Wissen fehlt.]

[Zusammenfassung des Höhlengleichnis aus dem siebten Buch von Platons Politeia Es darf behauptet werden: Gemäss Max Weber soll der Wissenschaftler die innere Haltung eines Aufklärers (Aufklärer, Klärer, klar, Klarheit) haben. Also trotz allen Widrigkeiten die ihm entgegnen Erklärungen (Erklärung, Klärung, klar, Klarheit) liefern.]

[Beispiel der inneren Haltung eines Wissenschaftler gemäss Max Weber heute: Wenn ein Politiker sein 3D Bild aufzeichnen lässt, so besteht die Gefahr, dass der Bürger über das ganze Mandat hinweg nur noch mit einem Deepfake bedient wird. https://youtu.be/oxXpB9pSETo Gemäss Max Weber müssten nun Wissenschaftler gleich zur Einleitung ihrer Vorlesungen Studenten davor warnen ein entsprechendes 3D Abbild von sich abzugeben. Wie findet authentische Kommunikation öffentlicher Personen in Zukunft statt? Und wie können Personen des öffentlichen Lebens überzeugt werden, dass sie solche Entwicklungen ernst nehmen müssen und sich nicht von ihren naiven Schamgefühlen oder jener ihrer Umgebung leiten lassen sollen.]

"Wenn jemand ein brauchbarer Lehrer ist, dann ist es seine erste Aufgabe, seine Schüler unbequeme Tatsachen anerkennen zu lehren, solche, meine ich, die für seine Parteimeinung unbequem sind; und es gibt für jede Parteimeinung - z.B. auch für die meinige - solche äusserst unbequeme Tatsachen."

"Bisher sprach ich nur von praktischen Gründen der Vermeidung eines Aufdrängens persönlicher Stellungnahme."

[Ableitung aus Pluralismus]

"... und dass etwas schön sein kann nicht nur: obwohl, sondern: in dem, worin es nicht gut ist."

[Die Unterschiede der Einzelnen bzw. die Einzigartigkeit jedes Einzelnen lässt nicht zu, dass wir alle auf die gleiche Weise Sensationen/Erlebnisse erfahren. Wir erleben sogar die gleiche Situation (gleicher Raum und Zeit) auch bei gleicher politischer Meinung unterschiedlich.]

"... dass etwas wahr sein kann, obwohl und indem es nicht schön und nicht heilig und nicht gut ist."

[Auch dieses Thema mit dem Balzverhalten erkären. Auch wenn ein Erlebnis gleich oder ähnlich erfahren wird Rückführung unterschiedlicher Meinung auf das Balzverhalten. Sich selber auf Podest stellen durch (teils auch künstlich erzeugte Meinungs-) Abgrenzung. Anders gesagt: es geht gar nicht um das Thema. Das Thema ist lediglich Vorwand.]

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