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  • Flamur Shala Grendel strasse 19 6004 Luzern

Michel Foucault Überwachen und Strafen [16.09.2022]

Updated: Dec 22, 2022


[Die Unerträgliche Leichtigkeit der Freiheit. Bild von Flamur Shala am 23.09.2022]


[Gedanken zum Grundeinkommen von Flamur Shala bis zum 16.09.2022]


"Überwachen und Strafen zeichnet die Frühentwicklung der totalen Institution 'Gefängnis' nach. Diese Entwicklung beginnt, nicht unabhängig von einigen grossen Justizskandalen, um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert, als sich die 'Ökonomie der Züchtigung' revolutionierte; es enstand eine neue Theorie des Rechts und des Verbrechens, eine neue moralische und politische Rechtfertigung der Strafe, eine neue Strafpraxis. Die vielleicht auch entscheidendste Veränderung ist der Wegfall der körperlichen Züchtigung, der Marter, und die Einführung der Isolierung der Gefangenen in Zellen - also der Weg zum vollkommenen Überwachungs- und Disziplinierungssystem." [Michel Foucault: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. 1975.]


"I. Marter 1. Der Körper der Verurteilten 2. Das Fest der Martern II. Bestrafung 1. Die verallgemeinerte Bestrafung 2. Die Milde der Strafen III. Disziplin 1. Die gelehrigen Körper 1.1 Die Kunst der Verteilungen 1.2 Die Kontrolle der Tätigkeit 1.3 Die Organisation von Entwicklungen 1.4 Die Zusammensetzung der Kräfte 2. Die Mittel der guten Abrichtung 2.1 Die hierarchische Überwachung 2.2 Die normierende Sanktion 2.3 Die Prüfung 3.0 Der Panoptismus IV. Gefängnis 1. Total und asketische Institutionen 2. Gesetzeswidrigkeiten und Delinquenz 3. Das Kerkersystem"


[Google: Oxford Languages: hoher Grad von Schmerzempfindung (aufgrund bestimmter Einwirkungen)]


[Vor 9 Generationen:] "Am 02. März 1757 war Damiens dazu verurteilt worden, 'vor derm Haupttor der Kirche von Paris öffentliche Abbitte zu tun', wohin er 'in einem Stürzkarren gefahren werden sollte, nackt bis auf ein Hemd und eine brennende zwei Pfund schwere Wachsfackel in derr Hand; auf dem Grève-Platz sollte er dann im Stürzkarren auf einem dort errichteten Gerüst an den Brustwarzen, Armen, Oberschenkeln und Waden mit glühenden Zangen gezwickt werden; seine rechte Hand sollte das Messer halten, mit dem er den Vatermord begangen hatte, und mit Schwefelfeuer gebrannt werden, und auf die mit Zangen gezwickten Stellen sollte geschmolzenes Blei, siedendes Öl, brennendes Pechharz und mit Schwefel geschmolzenes Wachs gegossen werden; damit sollte sein Körper von vier Pferden auseinandergezogen und zergliedert werden, seine Glieder und sein Körper sollten vom Feuer verzehrt und zu Asche gemacht, und seine Asche in den Wind gestreut werden."


"Bei diesem Zangenreissen schrie Damiens sehr laut, ohne freilich zu lästern; danach hob er das Haupt und besah sich. Derselber Scharfrichter nahm nun mit einem Eisenlöffel aus einem Topf die siedende Flüssigkeit, die er auf jede Wunde goss. Darauf knüpfte man dünne Stricke an die Seile, die an die Pferde gespannt werden sollten, und band damit die Pferde an je ein Glied." [Wie konnten sie damals sicher sein dass Damien der Täter war? Warum die ganze Folter? Hat es den Verstorbenen zurück gebracht? Konnte damit ein zuverlässiges Schuldeingeständnigs herausgeholt werden? Warum also das Ganze? Ging es um die Befriedigung der zusehenden Menschen? Wollten sie einfach nur aus Neugier sehen was bei den einzelnen Foltermethoden geschieht? Verhält es sich wie bei den Kurzvideos wo man trotz oder eben wegen Ekelerregung das Herausziehen einer Dasselfliege bis zum Ende ansieht?]


[Ist es ein Schuldeingeständnis wenn er "Verzeihung mein Gott! Verzeihung, Herr!" in den Himmel ruft? Oder ist es eher ein Ausdruck für sein Schicksal? Vielleicht überlegt er sich warum er dieses Schicksal verdient hat und findet da und dort eine kleinere Sünde mit der er nun sein unänderbares Schicksal verbindet.]


"Schliesslich sagte der Scharfrichter Samson dem Herrn Le Breton, dass es kein Mittel und keine Hoffnung gebe, ans Ziel zu gelangen, und ersuchte ihn, er möge die Gerichtsherren fragen, ob sie wollten, dass er ihn in Stücke schneiden lasse."


"Ein Dreivierteljahrhundert später verfasst Leon Faucher ein Reglement für das Haus der jungen Gefangenen in Paris. Art. 17. Der Tag der Häftlinge beginnt im Winter um sechs Uhr morgens, im Sommer um fünf Uhr. Die Arbeit dauert zu jeder Jahreszeit neun Stunden täglich. Zwei Stunden sind jeden Tag dem Unterricht gewidmet. Die Arbeit und der Tag enden im Winter um neuen Uhr, im Sommer um acht Uhr." [Bringt es das Opfer zurück wenn der Häftling in den Unterricht soll? Müssen alle Häftlinge in den Unterricht? Oder nur einige? Welche und nach welchen Kriterien? Müssen alle Häftlinge das Gleiche lesen? Angenommen ein Häftling darf sich selber eine Häftlingsnummer aussuchen, ist er dann dadurch ein freier Mensch? Nach welchen Kriterien sucht man ihm einen Zimmergenossen aus? Wer wählt eigentlich das tägliche Essen aus? Welche Nahrungsmittel? Welche Farben oder Farbzusammenstellung? Sollen auch die Farben trist sein? Wer wählt den Flügel aus in dem abgesessen wird? Welche Aussicht? Auf was soll der Insasse sehen? Welche Literatur?]


"Beim ersten Trommelwirbel entkleiden sie sich, beim zweiten legen sie sich zu Bett. Die Türen der Zellen werden geschlossen und die Aufseher machen die Runde in den Korridoren, um sich der Ordnung und Stille zu vergewissern."


"Das eine Mal eine Leibesmarter, das andere Mal eine Zeitplanung. Die beiden sanktionieren nicht dieselben Verbrechen, sie bestrafen nicht ein und denselben Typ von Delinquenten. Aber sie definieren jeweils einen bestimmten Straf-Stil. Zwischen ihnen liegt kaum ein Jahrhundert. ... Neue Theorien von Gesetz und Verbrechen; neue moralische und politische Rechtfertigungen des Rechts zum Strafen; Aufhebung der alten Anordnungen, Ende des Gewohnheitsrechts; Entwurf oder Abfassung 'moderner' Gesetzbücher: 1769 Russland; 1780 Preussen; 1786 Pennsylvania und Toscana; 1788 Österreich; 1791, Jahr IV, 1808 und 1810 Frankreich. Für die Strafjustiz bricht ein neues Zeitalter ein."


"Nicht mehr so unmittelbar physische Bestrafungen, eine gewisse Diskretion in der Kunst des Zufügens von Leid, ein Spiel von subtileren, geräuschloseren und prunkloseren Schmerzen." [Das Bestrafungsmethode hat sich geändert. Das Hauptmerk liegt weiterhin auf Malus: Strafen. Mit dem Grundeinkommen würde sich das Hauptmerk auf den Bonus verlagern: Belohnung für erwünschtes Verhalten.]


"Ihre Wirksamkeit erwartet man von ihrer Unausweichlichkeit, nicht von ihrer sichtbaren Intensität; die Gewissheit, bestraft zu werden, und nicht mehr das abscheuliche Theater, soll vom Verbrechen abhalten" [Werden wir mit dem Grundeinkommen von der Gewissheit bestraft zu werden (also die Gewissheit nicht flüchten zu können) zur Gewissheit zuverlässig überführt werden können übergehen? Mit dem Grundeinkommen verstärkt sich die Kontrolle. Dadurch wird strafen weniger nötig. Man kann mehr mit belohnen arbeiten. Die Strafe ist dann eine Reduktion der Belohnung (des Einkommens/Grundeinkommens).]


"Charakteristischerweise unterstand die Gefängnisverwaltung in Frankreich lange dem Innenministerium und die Verwaltung der Zuchthäuser der Kontrolle der Marine und der Kolonien."


[Literatur: -Negley K. Teeters: The Cradle of the penitentiary -Ernst H. Kantorowicz: The King's two Bodies. A Study in Mediaeval Political Theology -R. Mandrou: De la culture populaire aux 17eme et 18eme siècles -Emer de Vattel: Le droit des gens ou Principes de la loi naturelle -J. M. Servan: Discours sur l'administration de la justice criminelle -Cesare de Beccaria: Dei delitti e delle penne -L. de Montgommery: Militia Gallica -J.-B. de la Salle: Conduite des écoles chrétiennes -J. A. Guilbert: Versuch über die Tactik -Johann Jacobi von Wallhausen: Kriegskunst zu Fuss]


"Man sollte nicht mehr an den Körper rühren - oder jedenfalls so wenig wie möglich und um in ihm etwas zu erreichen, was nicht der Körper selber ist."

"Der Körper fungiert hier als Instrument oder Vermittler: durch Einsperrung oder Zwangsarbeit greift man in ihn ein, um das Individuum einer Freiheit zu berauben, die sowohl als ein Rech wie als ein Besitz betrachtet wird. Durch dieses Strafsystem wird der Körper in ein System von Zwang und Beraubung, von Verpflichtungen und Verboten gesteckt. Das physische Leiden, der Schmerz des Körpers selbst bilden nicht mehr die wesentlichen Elemente der Strafe. Die Züchtigung ist nicht mehr eine Kunst der unerträglichen Empfindungen, sondern eine Ökonomie der suspendierten Rechte. Soweit die Justiz den Körper der Verurteilten immer noch angreifen und manipulieren muss, tut sie es distanziert, sauber und nüchtern, wobei sie ein viel 'höheres' Ziel im Auge hat. ... eine Hinrichtung, die eher das Leben als den Körper betrifft."


"Nicht mehr jene komplizierten Kombinationen, die man zur Tötung der Königsmörder inszenierte ... " ["Inszenierte" bedeutet in Szene setzen. In diesem Fall doppeldeutig: -Die Tötung wurde in Szene gesetzt. Oder aber: -Nicht der echte König wurde getötet. Sondern seine Maske (der falsche König). Der echte König lebte weiter. Seine Maske wurde ersetzt, woher auch "Der König ist tot. Lang lebe der König." Die Maske (der falsche König) wurde also ersetzt durch eine andere Maske: ein weiterer falscher König und dann mit der Zeit wurde auch der Titel des falschen Königs vollständig erneuert in: ein Feldherr, ein Diktator, ein Präsident, ein Ministerium. Ziel war es unter Umständen: -eine andere Politik zu verfolgen. Um eine Neuausrichtung der Politik einzuläuten sollten also die Menschen ein neues Gesicht oder einen neuen Namen auf dem Podest sehen. Der echte König wurde irgendwo im Hintergrund nach den wahren Interessen der eigentlichen Machthaber geleitet. -Ein anderer Grund konnte sein: der echte König im Hintergrund ist verstorben. Ein neuer echter König wächst heran. Der neue echte König sieht anders aus, trägt einen anderen Namen, hat andere Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen. Also suchte man eine passende Maske.]


[Ursprünglich befanden sich die echten Könige an nach aussen hin gesicherten Ortschaften aber auch innen gut kontrollierbaren Bauten: Man kann sich zum Beispiel eine Burg vorstellen. Als ideale Bauten galten wohl: die Gipfelburg, Höhlenburg, Wasserburg, Inselburg. Mit der Zeit wurde die Entourage zum Machtinhaber. Der König blieb aus Sicherheitsgründen im Gebäude. Die Entourage wurde sich immer mehr über ihre eigene Macht im klaren da sie sich hinaus und hinein bewegte. Wenn die Entourage in eine andere Burg kam, da entdeckte sie unverkennbare Ähnlichkeiten. Der Zufall war zu gross. Also experimentierte die Entourage und entdeckte Zusammenhänge. Dann kam die Entourage auf die Idee ausserhalb der Burg eine Maske für die Öffentlichkeit einzusetzen. Dann wies sie die Wächter auf die Waffen auch nach dem Inneren der Burg zu richten. So dass der König nicht nur der meistbewachte in der Burg war, sondern auch ihr Hauptgefangener.]


[Was geschieht eigentlich wenn ein echter König Präsident wird? Das hat es auch in der neueren Geschichte gegeben. Werden diese öffentlich besonders angefeindet? Kann man das so einfach herauslesen? Woraus bestand eigentlich die ursprüngliche Entourage? Und wie hat sich diese weiter entwickelt? Wie verlief die jeweilige Stabsübergabe in der Entourage? Zum Teil hat man in der Regierung die Übergabe durch Vererbung verhindert. Wie sieht es in der Entourage aus? Verlief es dort weiterhin über Geburt? Über Werte? Typisches Beispiel: Was ist aus dem Boten geworden? Beim echten König kann es über Geburt verlaufen, muss es aber nicht.]


"Beinahe ohne den Körper zu berühren, löscht die Guillotine das Leben aus, so wie das Gefängnis die Freiheit nimmt oder eine Geldbusse Besitztum." [Evtl. war die Guillotine die beste Möglichkeit um einen echten König in eine Burg einzusperren. Nach Aussen hin (für die Öffentlichkeit) wurde ein Schauprozess präsentiert und die Öffentlichkeit hatte das Gefühl jene Person sei nicht mehr da. Die Identifikation ist nach einer Guillotine anhand vom Kopf nicht mehr zuverlässig. Ganze Stämme und Völker wurden damit von ihrem König entraubt. Der Stamm (Korpschaft) suchte nicht mehr weiter nach seinem König oder huldigte einem selbstausgewählten falschen König: Nachkomme, Konkurrent usw. Der echte König wurde in der Burg nach belieben der entführenden Entourage geleitet. Und mit ihm sein Körper bzw. Korpschaft. ( https://en.wikipedia.org/wiki/Guillotine_(magic_trick) ]

"The Guillotine is a magic trick where it appears that a blade of a guillotine passes through a person's neck without harming them. Variations on the theme have been performed for hundreds of years, with documented examples appearing in print in the 16th century."


"Scot's 1584 diagram explaining the 'Decollation of John Baptist' illusion, in which the performer appears 'to cut off ones head, and to laie it in a platter'." "... wurden unter einem schwarzen Schleier zum Schafott geführt ... Er soll an den Ort der Hinrichtung geführt werden, bekleidet mit einem Hemd, mit blossen Füssen und Haupt von einem schwarzen Schleier verhüllt; er soll auf einem Schafott stehen, während ein Gerichtsdiener vor dem Volk das Urteil verliest, und gleich darauf soll er hingerichtet werden. Man muss sich an Damiens erinnern: die letzte Zutat zur Todesstrafe ist ein Trauerschleier. Der Verurteilte darf nicht mehr gesehen werden. Allein die Verlesuung des Urteils auf dem Schafott kündet von einem Verbrechen, das kein Gesicht haben darf." [Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Mann_mit_der_eisernen_Maske]


"Aber eine Strafe wie die Zwangsarbeit oder auch das Gefängnis - die blosse Freiheitsberaubung - kam niemals ohne ein Element aus, das den Körper selbst in Mitleidenschaft zog: Rationierung der Nahrung, Entziehung sexueller Möglichkeiten, Schläge, Isolierung." [Warum wird ein Gefangener eigentlich maltretiert? Was hat man davon?] "Tatsächlich verfügte das Gefängnis immer über gezielte Einrichtungen, die ein bestimmtes Mass an körperlichem Leiden sichern." "es ist gerecht, dass ein Verurteilter physisch mehr leidet als die anderen Menschen." [Wäre es nicht gerechter wenn Gefängnisinsassen 24/7 Kameraüberwacht werden? Wenn also ein Opfer Genugtuung aus der Strafe erhält, dann kann er live hineinschauen wie der Gefangene seine Lebenszeit im Gefängnis verliert.]


"Die Milderung der Strafstrenge im Laufe der letzten Jahrhunderte ist ein Phänomen, das den Rechtshistorikern wohlbekannt ist. ... Es handelt sich nicht so sehr um eine Intensitätsminderung als vielmehr um eine Zieländerung. ... Da es nicht mehr der Körper ist, ist es die Seele." [Darf man Seele als die natürliche Verbindung der Körper bzw. als Korpschaft definieren? In diesem Fall hat jede Korpschaft auch einen Kopf. Gibt es auch mehrköpfige Korpschaften? Falls ja? Sind diese besonders schwierig zu kontrollieren/leiten? (Siehe auch Polyzephalie: Zerberus) Wie entsteht eigentlich ein Wappen? Kann aus einem Doppelkopf (muss ständig in beide Richtungen sehen) ein einköpfiger Adler werden? Und umgekehrt? Wie lange dauert eine solche Wandlung?]


"Der Sühne, die dem Körper rasenden Schmerzen zufügt, muss eine Strafe folgen, die in der Tiefe auf das Herz, das Denken, den Willen, die Anlagen wirkt. ... Die Strafe soll, wenn ich so sagen darf, eher die Seele treffen als den Körper." "... bestraft werden sie durch die innere Ökonomie einer Strafe, die zwar das Verbrechen sanktionieren soll, sich aber je nach dem Verhalten des Verurteilten ändern kann; bestraft werden sie auch durch jene 'Sicherheitsmassnahmen', welche die Strafe begleiten: -Aufenthaltsverbot -überwachte Freiheit -Gerichtsvormundschaft -Zwang zu medizinischer Behandlung" [Mit diesen vier Mechanismen kann sogar das Denken eines Häftlings gesteuert werden.]


"Es war also unmöglich, jemanden gleichzeitig für schuldig und wahnsinnig zu erklären. ... Sie haben zugelassen, dass man zuglich schuldig und wahnsinnig sein kann: umso weniger schuldig allerdings, je mehr man wahnsinnig ist; auch als Schuldiger eher einzusperren und zu pflegen als zu bestrafen." [Wahnsinnig - W Ahn sinnig: inwieweit hat dieser Begriff mit Ahnen also Vorfahren zu tun? Siehe auch vor ahnen und voraus ahnen.]

"... in Halb-Freiheit oder bedingte Freiheit gesetzt zu werden, ob seine Bevormundung aufgehoben werden kann - in diesem Moment werden eben doch Mechanismen der gesetzlichen Bestrafung in die Hände dieser anderen gelegt und ihrer Einschätzung in die Hände dieser anderen gelegt und ihrer Einschätzung anheimgestellt." [Angenommen eine bevormundete Person macht eine interessante Erfindung in Mathematik. Wie wird geprüft dass der Bevormunder die Idee (darf/muss alle seine Notizen lesen) nicht einfach einem Verwandten oder Bekannten weiter gibt und die Lorbeeren seines Patienten einstreicht? Werden heutzutage die Finanzen von Bevormunder geprüft? Damit sie keinen 'Insiderhandel' betreiben.]


"Sie betreffen nicht die Verantwortlichkeit des Täters, sondern die Administration der Strafe, ihre Notwendigkeit, ihren Nutzen, ihre mögliche Wirkung."


"Thema dieses Buches ist eine Korrelationsgeschichte der modernen Seele und einer neuen Richtgewalt. Eine Genealogie des heutigen Wissenschaft/Justiz-Komplexes, in welchem die Strafgewalt ihre Stützen, ihre Rechtfertigungen und ihre Regeln findet, ihre Wirkungen ausweitet und ihre ungeheure Einzigartigkeit maskiert." [Mit der Einführung des Grundeinkommens könnte auch die Pflicht zur Mitführung des Smartphones eingeführt werden. Dadurch weiss man stets wer wo ist. Bei Straffälligkeit könnten gewisse Distanzen vorgegeben werden. Beispiel: In der Pflege werden immer Menschen gebraucht.]


"Die vorliegende Studie hält sich an vier allgemeine Regeln: 1. ... Die Bestrafung soll demnach als eine komplexe gesellschaftliche Funktion betrachtet werden. 2. ... vielmehr als Techniken, die im allgemeineren Feld der übrigen Gewaltverfahren ihre Eigenart haben. Die Bestrafung sind in der Perspektvie der politischen Taktik zu betrachten. 3. Die Geschichte des Strafrechts und die Geschichte der Humanwissenschaften sollen nicht als zwei getrennte Linien behandelt werden. ... Die Technologie der Macht soll also als Prinzip der Vermenschlichung der Strafe wie auch der Erkenntnis des Menschen gesetzt werden." 4. Die Seele tritt auf die Bühne der Justiz, und damit wird ein ganzer Komplex wissenschaftlichen Wissens in die Gerichtspraxis einbezogen."


"Es soll also der Versuch unternommen werden, die Metamorphose der Strafmethoden von einer politischen Terminologie des Körpers her zu untersuchen, aus der sich vielleicht eine gemeinsame Geschichte der Machtverhältnisse und der Erkenntinisbeziehungen ablesen lässt." "So könnte aus der Analyse der Strafmilde verständlich werden, wie der Mensch, die Seele, das normale oder anormale Individuum zu weiteren Zielen der Strafintervention neben dem Verbrechen geworden sind;" "... und wie eine spezifische Unterwerfungsmethode zur Geburt des Menschen als Wissensgegenstand für einen wissenschaftlichen Diskurs führen konnte." [Es geht anscheinend um alles andere, nur nicht um Vergeltung und auch nicht darum die Gesellschaft vor einem gefährlichen Menschen zu schützen. Auch aus dieser Perspektive steht dem Grundeinkommen nichts im Wege. Ausserdem: Welchen Einfluss hätte das Grundeinkommen auf Reduktion der Kriminalität?]


"Die Frage aber ist, ob man ihr auch eine Geschichte der Körper zugrunde legen kann, da die Strafen doch nur mehr auf die geheime Seele der Straffälligen abzielen wollen."


"Eine Seele wohnt in ihm und schafft ihm eine Existenz, die selber ein Stück der Herrschaft ist, welche die Macht über den Körper ausübt. Die Seele: Effekt und Instrument einer politischen Anatomie. Die Seele: Gefängnis des Körpers." [Normalerweise sagt der Mensch er (also seine Seele) sei in seinem Körper gefangen. Foucault behauptet das Gegenteil: Der Körper sei in der Seele gefangen. Oder vielleicht: der Körper sei durch seine Seele gefangen. Je nach Seele (Korpschaft) wird der Körper entsprechend behandelt bzw. wird dem Körper entsprechende Strafe zugeteilt.]

"Dass die Bestrafung und im besonderen das Gefängnis zu einer politischen Technologie des Körpers gehören, habe ich vielleicht weniger von der Geschichte als von der Gegenwart gelernt."


[Was geschah eigentlich wenn ein echter König unentdeckt verarmte und zum Obachlosen wurde? Wurde die gesamte Korpschaft auch obdachlos?]


[Was geschah eigentlich wenn ein echter König unentdeckt verarmte und zum Obachlosen wurde? Wurde die gesamte Korpschaft auch obdachlos? Ist das der eigentliche Ursprung der ersten Pest? Dauerte sie deshalb so lange?]


"Im Übermass der Martern ist eine ganze Ökonomie der Macht investiert." "Ebenso wie in den meisten europäischen Ländern blieb in Frankreich das gesamte Strafverfahren, bis zum Urteilsspruch, geheim: undurchsichtig nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für den Angeklagten selbst." "Bis ins 18. Jahrhunder gab es lange Diskussionen darüber, ob es dem Richter im Laufe der verfänglichen Verhöre erlaubt sei, falsche Versprechen, Lügen, doppelsinnige Wörter zu verwenden. Eine ganze Kasuistik der richterlichen Hinterhältigkeit."


"Nicht die Gerechtigkeit, sondern die Macht wurde durch die Marter wiederhergestellt." [Evtl. wurden echte aber weniger starke Könige beseitigt.]


"Bei der Erhängung der Lescombat bemühte man sich darum, ihr das Gesicht mit einer Art Haube zu verhüllen; sie hat ein Tuch um den Hals und um den Kopf, weswegen das Volk murrt und sagt, es sei gar nicht die Lescombat."


"In Frankreich und vor allem in Paris wird der Polizeiapparat immer umfangreicher, was die Entwicklung einer organisierten und unter freiem Himmel praktizierten Kriminalität behindert und die Kriminalität zu diskreteren Formen zwingt. Diese Vorsichtsmassnahmen werden durch den ziemlichen allgemeinen Glauben an das tändige und gefährliche Anwachsen der Kriminalität ergänzt."


"Die Strafe ist nicht nach dem Verbrechen, sondern nach seiner möglichen Wiederholung zu bemessen. Nicht auf den vergangen Rechtsbruch, sondern auf die künftige Unordnung soll sie gezielt sein."

[In allen anderen Belangen sind wir nicht in der Lage die Zukunft vorauszusehen. Warum wird hier der Anspruch die Zukunft vorauszusehen nicht in Frage gestellt? Ausserdem: Wenn in einem Gefängnis etwas geschieht, dann kann eine Strafe verlängert werden. Wie kann es sein dass es in einem Gefängnis zu einer Straftat kommt? Der willkürlichen Verlängerung einer Strafe steht nichts im Weg. Auch deshalb können Kameraüberwachungen in Gefängnissen sinnvoll sein. Sonst kann der Aufenthalt eines Häftlings welcher nur für kurze Zeit sitzt beliebig verlängert werden.]

"Dass die Bestrafung auf die Zukunft abzielt und mindestens eine ihrer Hauptfunktionen die Vorbeugung ist, gehörte seit Jahrhunderten zu den gängigsten Rechtfertigungen des Strafrechts."


"Nichts macht den Apparat der Gesetze brüchiger als die Hoffnung auf Straflosigkeit."

[Diese Realität bzw. öffentlicher Diskurs/Begründung/Rechtfertigung steht dann inhaltlich in völligem Widerspruch mit folgender Erklärung:]

"Hinter der Humanisierung der Strafen findet man all diese Regeln, welche die Milde als eine kalkulierte Ökonomie der Strafgewalt erlauben, ja fordern. Aber sie velrangen auch eine Verschiebung des Zielpunktes dieser Gewalt: es geht nicht mehr um den Körper in einem Ritual der übermässigen Schmerzen, in einem Spiel der brandmarkenden Martern; es geht um den Geist oder vielmehr um ein Spiel von Vorstellungen und Zeichen, die diskret, aber mit zwingender Gewissheit im Geiste aller zirkulieren. Nicht mehr der Körper, sondern die Seele, sagte Mably. Nun wird sichtbar, was unter Seele zu verstehen ist: das Korrelat einer Machttechnik. Man gibt den alten Bestrafungs-Anatomien den Abschied. Aber ist man damit auch wirklich ins Zeitalter der körperlosen Züchtigungen eingetreten?" [Was soll das bedeuten? Was meint Mably hiermit?] "Es geht um den Geist oder vielmehr um ein Spiel von Vorstellungen und Zeichen, die diskret, aber mit zwingender Gewissheit im Geiste aller zirkulieren."


"Diese lieferte tatsächlich ... eine Art Generalrezept für die Ausübung von Gewalt über Menschen: der Geist als Schrifttafel in der Hand der Macht, mit der Smiologie als Griffel; die Unterwerfung der Körper durch die Kontrolle der Ideen;" [Warum wird hier von 'der Körper' und nicht 'dem Körper' gesprochen? Ist vielleicht von der Korpschaft die Rede?] "die Analyse der Vorstellung als Prinzip einer Politik der Körper, die wirksamer ist als die rituelle Anatomie der Martern."


"Ein schwachsinniger Despot kann Sklaven mit eisernen Ketten zwingen; ein wahrer Politiker jedoch bindet sie viel fester durch die Kette ihrer eigenen Ideen. ... Verzweiflung und Zeit nagen an Ketten aus Eisen und Stahl ... Auf den weichen Fasern des Gehirns beruht die unerschütterliche Grundlage der stärksten Reiche."


"Die Kunst des Strafens muss also auf einer Technologie der Vorstellung beruhen." "Die Kraft, welche die Menschen ohne Unterlass zu Lüsten und Begierden hinreisst, ist der Schwerkraft ähnlich, welche alle Körper nach dem Mittelpunkte des Erdbodens unaufhörlich zieht, und die sich durch nichts anderes als durch Hindernisse, die man ihr entgegensetzt, aufhalten lässt. Die ganze Folge menschlicher Handlungen ist eine Wirkung dieser moralischen Schwerkraft." (Cesare Beccaria) [Die logische Folgerung: Die Trennung zweier Menschen oder das Auseinanderhalten zweier Menschen welche sich zueinander ubeirrbar hingezogen fühlen erzeugt unermessliche Kraft. Durch die Steuerung (mithilfe einer Entourage) der durch die Trennung erzeugten unermesslichen Kraft kann eine ganze Korpschaft gesteuert werden.]


[Ein solcher Fall tritt aber nur selten ein, denn ein seltener Zufall muss geschehen, dass sich genau zwei Personen nicht nur über den Weg laufen sondern sich auch durch unablässige gegenseitige Lüste und Begierden zueinander hingezogen fühlen. Aus dieser Anziehungskraft (Schwerkraft/Gravitation) heraus entsteht dann eine unerschöpfliche Quelle von Energie welche in der Lage ist nicht nur die eigenen Korpschaft (falls dieser Begriff zulässig ist) sondern auch weitere Korpschaften (durch Inspiration) zu leiten.

Wortherkunft von Inspiration: In spi ra tion - in spirit - in Geist; und dann auch Zusammenhang mit Verführung - Ver führung - führen - leiten. Inspirer bedeutet aber auch einatmen. Evtl. aus dem falschen Verständnis von visueller Kommunikation.]


[Namen in diesem Werk: -Damien -Samson -Le Breton -Leon Faucher -Guillotin -Romilly -Mackintosh -Fowell Buxton -Emile Durkheim -Ernst H. Kant orowitz -Mably -Dante -Michel Barbier -François Billard -Serpillon -Blackstone -Ravaillac -Wilhelm von Oranien -Les combat -Montigny -Catherine Espinas -Marie François Salmon -Pierre du Fort -Marion le Goff -Jean-Dominique Langlade -Jonathan Wild -Jack Sheppard -Claude Duval -Quincey -Gaboriau -Baudelarie -Joseph de Maistre

-Beccaria

-Servan

-Dupaty

-Lacretelle

-Dupont

-Pastorat

-Target

-Bergasse

-Voltaire

-Brissot

-Morat

-Le Trosne

-Moreau

-Coblert

-Colquoun

-Le Trosne

-F loréal

-Le Pele tier

-Soulatges

-Zwangshaus von Gent

-Hanway]


"Die Inhaftierung ist in bevorzugter Weise eine Gestalt und ein Werkzeug des Despotismus, sagen die Reformer in unzähligen Erklärungen: Was wird man von den geheimen Gefängnissen sagen, die vom verhängnisvollen Geist des Monarchismus erfunden worden sind und in erster Linie den Philosophen vorbehalten sind, in deren Hände die Natur ihre Fackel gelegt hat und die ihr Jahrhundert zu erleuchten wagen, Oder jenen stolzen und unabhängigen Seelen, die nicht so feige sind, dass sie die Übel ihres Vaterlandes verschweigen? Von den Gefängnissen, deren unheilvollen Tore durch geheimnisvolle Briefe geöffnet werden, damit ihre unseligen Opfer darin für immer begraben werden?"


[Michel Foucault: Wikipedia] "Er gilt als einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts und ist u. a. Begründer der macht- und wissenstheoretischen Diskursanalyse. Sein Werk hat einen großen Einfluss auf zahlreiche geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Disziplinen weltweit."


"Man sagt, dass das Gefängnis keine Strafe ist. Die Menschlichkeit erhebt sich gegen den abscheulichen Gedanken, dass es keine Bestrafung ist, einen Bürger seines wertvollsten Gutes zu berauben, ihn in das schmachvolle Haus des Verbrechens zu stecken, ihn von allem losszureissen, was ihm teuer ist, ihn vielleicht in den Ruin zu stürzen und nicht nur ihm, sondern auch seiner unglücklichen Familie die Mittel zum Lebensunterhalt zu nehmen." [Beispiel: Wenn in einer Familie der Familienvater gewalttätig wird und in ein Gefängnis kommt, so wird damit die ganze Familie bestraft da sie in Armut gerät, welche eigentlich dafür keine Verantwortung trägt. Die Gefängnisstrafe ist somit eine Art Sippenhaft, bei der nicht nur der Täter sondern auch Frau und Kinder unschuldig bestraft werden. Ein weiterer Vorteil des Grundeinkommens ist eben jener, dass bei Gefängnisstrafe die Familie welche dafür nichts kann, nicht unnötig bestraft wird: weil die Frau und die Kinder weiterhin vom Grundeinkommen profitieren.]


[Gefängnisse: -Zwangshaus von Gent -Buss- und Besserungshaus von Gloucester -Modell von Philadelphia -Gefängnis von Walnut Street]


"Das Leben wird durch eine totale Zeitplanung, eine pausenlose Überwachung durchgängig erfasst." "Zunächst das Prinzip der Nichtöffentlichkeit der Strafe."


"Das grosse Buch vom Menschen als Maschine wurde gleichzeitig auf zwei Registern geschrieben: auf dem anatomisch-metaphysischen Register, dessen ersten seiten von Descartes stammen und das von den Medizinern und Philosophen fortgeschrieben wurde." "Der Homme-machine von La Mettrie ist sowohl eine materialistische Reduktion der Seele wie eine allgemeine Theorie der Dressur"


"Die berühmten Automaten waren nicht bloss Illustrationen des Organismus; sie waren auch politische Puppen, verkleinerte Modelle von Macht: sie waren die Obsession Friedrichs II., des pedantischen Königs der kleinen Maschinen, der gutgedrillten Regimenter und der langen Übungen."


[Was ist mit berühmten Automaten gemeint?

Habe nur folgende Seite gefunden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stauferburgen_in_Unteritalien]


"... ist der Raum der Disziplinen im Grunde immer zellenförmig. Der Körper und die Seele müssen einsam sein, sagte eine bestimmte Askese ... Die Zuweisung von Funktionssstellen wird in den Disziplinarinstitutionen immer mehr einen Raum codieren, der von der Architektur her noch verschiedene Verwendungen zulässt. Die genaue Festlegung von Plätzen entspricht nicht nur der Notwendigkeit der Überwachung und der Unterbrechung von gefährlichen Verbindungen, sondern auch der Schaffung eines nutzbaren Raumes." "Das Hafenspital muss darum nicht nur heilen, sondern auch filtern, festsetzen und aufgliedern. Es muss dieser beweglichen und wimmelnden Masse Herr werden, indem es das Durcheinander von Gesetzeswidrigkeit und Krankheit entwirrt"


"... die im klassischen Zeitalter sich vollziehende Entwicklung einer neuen Technik zur Erfassung der Zeit der Einzelexistenzen; zur Reglementierung der Verhältnisse der Zeiten, Körper und Kräfte; zur Akkumulation der Dauer; und zur ständigen Steigerung der Rentabilität des Zeitflusses. Wie lässt sich die Zeit der Individuen kapitalisieren? Wie lässt sich in jedem von ihnen, in ihren Körpern, ihren Kräften und Fähigkeiten ihre Zeit auf nutzbringende und kontrollierbare Weisen kumulieren? Wie lassen sich profitable Dauerhaftigkeiten organisieren? Die Disziplinen, die den Raum analysieren und die Tätigkeiten zerlegen und wieder zusammensetzen, müssenauch als Apparate funktionieren, welche die Zeit addieren und kapitalisieren."


[Allgemeine Frage zum Thema Grundeinkommen: Ist das Grundeinkommen eine ideologische Frage oder ist es ein Sachzwang? Also eine logische Folgerung aus der technologischen Entwicklung der letzten 100 Jahre.]


[Panopticum: Direkter Blick vom Zentrum aus in jede einzelne Zelle. Maximale Sicht mit minimalem Aufwand. Pan=Alles Optic=sehen]


[Der Blick aus einer Zelle zurück zum Opticon zurück. Der Zelleninsasse ist vollständig sichtbar. Der gläserne Gefängnisinsasse.]


[Verfeinerung der Bauten. Hauptzentrum und dann noch weitere Subzentren am jeweiligen Gangende: ein Achteck]


[Eine bauliche Umsetzung]


[Der Beobachtungsturm lässt Einblick in alle Zellen zu. Ähnlich wie bei einem Leuchtturm.]


[Wie in einer Universität werden Vorträge zur Weiterbildung und späteren Resozialisierung gehalten.]


[Beim Vogelsang in Sempach sind viele Bäume zu sehen welche ganz natürlich gewachsen sind: Also ohne diese „orthopedie“.]


[Die orthopädische Korrektur darf evtl. als Sinnbild für verpasste Investitionen angesehen werden. Weil man nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort investiert, hat man das Gefühl im Nachhinein könnte man jemanden mit einem Pfahl und Seilen vergewaltigen (Begriff im ursprünglichen Sinne) und ihn so herrichten wie man es gern hätte. Vielleicht ist es besser den bereits gewachsenen Baum so zu belassen: dann sieht er und andere stets die Spuren seiner Entwicklung. Vielleicht ist ja genau das das Problem: es erinnert sein Umfeld daran was sie alles unterlassen haben. Weshalb sie dann mit Pfahl und Seilen herantraben. Vielleicht ist es sinnvoller daraus zu lernen und der Natur (Zufall) auch ihren Platz in der Erziehung einzuräumen. Vielleicht ist das Grundeinkommen der richtige Ansatz in der Erziehung: von Anfang an richtig handeln. Für die Einstellungen der Parameter im Grundeinkommen sollten auch diese krummen Bäume aus dem Vogelsang zu Rate gezogen werden, auch wenn diese initial eher reflexartig gegen dieses Thema reagieren.]


"Es mag sein, dass der Krieg als Strategie die Fortsetzung der Politik ist. Aber man darf nicht vergessen, dass die Politik als die Fortsetzung wenn schon nicht eigetnlich des Krieges so doch des militärischen Modells konzipiert worden ist: als grundlegendes Mittel zur Verhütung der bürgerlichen Unordnung." "... es sah aber auch die detaillierte militärische und politische Taktik sich entwickeln, durch die innerhalb der Staaten die Kontrolle über die individuellen Körper und Kräfte ausgeübt wird."


"... was einst den Kriegsmann ausmachte ..." [Wortkherkunft: Krieg - kriegen - das kriege ich Auch an die ursprüngliche Entourage des echten Königs denken: zur Entourage zählte auch die Leibwache, welche sich einfach das holte was der echte König wollte. Szenarien durch denken: Was wenn die Leibwache plötzlich das holte was der echte König nicht wollte? Wenn also die Leibwache den König tyrannisierte?]


[Farben im Ursprung (in der Entourage): -blau: Besitz, Eigentum -rot: teilen, sozial, -gelb: Ausstrahlung, Schein Farbmischungen: -grün (blau und gelb): Natur, Auseinandersetzung -violett (rot und blau): Umverteilung: in beide Richtungen; Richtung jeweils Orts- und Zeitabhängig; zur Sicherheit wird je nach Bedarf Besitz nach oben oder nach unten umverteilt: technische Entwicklung kann diesen für die Gesellschaft vitalen Mechanismus unterbinden -orange (gelb und rot): or ange: goldener Engel: teilen der Ausstrahlung]


"Es gab aber auch ein militärisches Träumen von der Gesellschaft; dieses berief sich nicht auf den Naturzustand, sondern auf die sorgfältig montierten Räder einer Maschine; nicht auf einen ursprünglichen Vertrag, sondern auf dauernde Zwangsverhältnisse; nicht auf grundlegende Rechte, sondern auf endlos fortschreitende Abrichtungen; nicht auf den allgemeinen Willen, sondern auf die automatische Gelehrigkeit und Fügsamkeit."


"Das römische Vorbild enthält ja beides: die Bürger und die Legionäre, das Gesetz und das Manöver. Während die Rechtsgelehrten und Philosophen im Vertrag ein ursprüngliches Modell für den Aufbau oder Wiederaufbau des Gesellschaftskörpers suchten, erarbeiteten die Militärs und mit ihnen die Techniker der Disziplin die Verfahren zur individuellen und kollektiven Bezwingung der Körper."


"Die Zuchtgewalt ist in der Tag eine Macht, die, anstatt zu entziehen und zu entnehmen, vor allem aufrichtet, herrichtet, zurichtet - um dann allerdings um so mehr entziehen und entnehmen zu können. Sie legt die Kräfte nicht in Ketten, um sie einzuschränken; sie sucht sie allesamt so zu verbinden, dass sie vervielfältigt und nutzbar gemacht werden." [Am Ende der Züchtigung soll also ein Mensch nutzbar werden. Was geschieht mit der Zuchtgewalt oder wie entwickelt sie sich wenn der Mensch nicht mehr nutzbar gemacht werden soll, da Maschinen die Arbeit übernehmen.]


"Neben der grossen Technologie der Fernrohre, der Linsen, der Lichtkegel, die mit der Gründungder neuen Physik und Kosmologie Hand in Hand ging, entstanden die kleinen Techniken der vielfältigen und überkreuzten Überwachungen, der Blicke, die sehen, ohne gesehen zu werden; eine lichtscheue Kunst des Lichtes und der Sichtbarkeit hat unbemerkt in den Unterwerfungstechniken und Ausnutzungsverfahren ein neues Wissen über den Menschen angebahnt. Diese Observatorien haben ein beinahe ideales Muster ... Das Lager ist die flüchtige und künstliche Stadt, die man fast ganz nach Willen aufbaut und umbaut."


"... die anderen haben Überwachungsaufgaben: die Beobachter müssen jeden notieren, der seine Bank verlässt, der schwätzt, der werder Rosenkranz noch Stundenbücher hat, der sich bei der Messe schlecht benimmt, der sich auf der Strasse Unanständigkeiten, Klatschen, Lärmen zuschulden kommen lässt; die Admonitoren müssen auf diejenigen aufpassen, die während ihrer Lektionen sprechen oder vor sich hinsingen, die nicht schreiben oder die tändeln; die Visitatoren müssen sich in den Familien nach den Schülern erkundigen, die abwesend waren oder schwere Verstösse begangen haben; die Intendanten überwachen alle übrigen Offiziere; allein die Repetitoren haben eine pädagogische Aufgabe: sie müssen die Schüler zu je zweien leise lesen lassen." "Dieses Netz hält das Ganze und durchsetzt es mit Machtwirkungen, die sich gegenseitig stützen: pausenlos überwachte Überwacher."


"Strafbar ist alles, was nicht konform ist" [konform - kon form - mit form Also ist alles strafbar was nicht zur gleichen Form führt. Die gleiche Form diente ursprünglich dem Verbergen des Inhalts (Hütchenspiel). Nun kann argumentiert werden dies sei ein Schutzmechanismus. Mit Grundeinkommen braucht es diesen Schutzmechanismus nicht mehr, da Diskriminierung/Benachteiligung/Herabwürdigung keinen Sinn mehr macht. Herabwürdigung dient folgendem Zweck: weil man den Inhalt nicht von Form ablesen kann, versucht man Inhalt von bestimmten Formmerkmalen (Gruppenzugehörigkeit) abzuleiten. Nun versuchen gewisse Interessengruppen bestimmte negative Verbindungen in Köpfen der Allgemeinheit festzusetzen. Dadurch wird man nicht mehr von der ursprünglichen Interessengruppe diskriminiert sondern von der Allgemeinheit ohne dass sich diese dessen bewusst ist. Dies nennt man 'Salonfähig machen von Rassismus'. Mit dem Grundeinkommen können Menschen wieder mehr sich selber sein. Dadurch werden Formen wieder individueller. Die Individualisierung der Form verunmöglicht es diesen Interessengruppen solche negative Verbindungen zu erstellen. Und: Grundeinkommen als Starthilfe: für den Fall dass man in eine diskriminierte Gruppe hineingeboren wird.]


"Der Lehrer muss Züchtigungen so weit wie nur möglich vermeiden; im Gegenteil, ermuss versuchen häufiger Belohnungen auszuteilen als Strafen; denn die Faulen werden durch das Verlangen, ebenso belohnt zu werden wie die Fleissigen, mehr angeeifert als durch die Furcht vor Strafen" [Wird das Grundeinkommen an Bedingungen genknüpft so ist ein Belohnungssystem. Man geht damit von Überwachen und Strafen hinüber zu Überwachen und Belohnen.]


"Dazu kam einige Zeit die Schandklasse, für die man besondere Vorkehrungen traf, so dass ihre Mitglieder immer von den anderen abgesondert und mit braunem Wollstoff bekleidet waren."


"Die Prüfung macht mit Hilfe ihrer Dokumentationstechniken aus jedem Individuum einen Fall: einen Fall, der sowohl Gegenstand für eine Erkenntnis wie auch Zielscheibe für eine Macht ist." "Es geht nicht mehr um ein Monument für ein künftiges Gedächtnis, sondern um ein Dokument für eine fallweise Auswertung. Und diese neue Beschreibbarkeit ist um so ausgeprägter, je rigoroser die Disziplinarerfassung ist: das Kind, der Kranke, der Wahnsinnige, der Verurteilte werden seit dem 18. Jahrhundert im Zuge des Ausbaus der Disziplinarmechanismen immer häufiger zum Gegenstand individueller Beschreibungen und biographischer Berichte ... sie fungiert als objektivierende Vergegenständlichung und subjektivierende Unterwerfung." "Das sorgfältig nachgeprüfte Leben ... hat ... mit einer politischen Funktion der Schrift zu tun; jedoch in einer ganz anderen Technik der Macht."


"Diese Überwachung stützt sich auf ein lückloses Registrierungssystem"


"Daraus ergibt sich die Hauptwirkung des Panopticon: die Schaffung eines bewussten und permanenten Sichtbarkeitszustandes beim Gefangenen, der das automatische Funktionieren der Macht sicherstellt." "Zu diesem Zweck hat Bentham ds Prinzip aufgestellt, dass die Macht sichtbar, aber uneinsehbar sein muss; sichtbar, indem der Häftling ständig die hohe Silhouette des Turms vor Augen hat, von dem aus der bespäht wird; uneinsehbar, sofern der Häftling niemals wissen darf, ob er gerade überwacht wird; aber er muss sich sein, dass er jederzeit überwacht werden kann." "Ein Versuch zur Entwicklung eines asymmetrischen Abhorchsystems wurde von N. H. Julius unternommen."


"Das Panopticon ist eine wudersame Maschine, die aus den verschiedensten Begehrungen gleichförmige Machtwirkungen erzeugt."


"Die Wucht der alten Sicherheitshäuser mit ihrer Festungsarchitektur lässt sich durch die einfache und sparsame Geometrie eines Gewissheitshauses ersetzen." [Inzwischen sind auch Holzbauten aus ökologischen Gründen hoch im Trend: Siehe auch Holzforum: https://www.holzforum.ch/hausbau und Holzhaus der Zukunft: https://holzhausderzukunft.info/ Kann das Grundeinkommen durch die Verwendung wiederverwertbarer Materialien finanziert werden? Durch die massenweise Verwendung von Holzbauten können Kosten gespart werden. Gibt es bereits Roboter welche ganze Häuser aus Holz bauen? Um wieviel günstiger ist ein Holzbau?]


"Aber nicht nur als Garten, auch als Laboratorium kann das Panopticon dienen: als Maschine für Experimente, zur Veränderung des Verhaltens, zur Dressur und Korrektur von Individuen. Man kann Medikamente ausprobieren und ihre Wirkungen überprüfen; man kann an den Gefangen verschiedene Bestrafungen versuchen, je nach ihrem Verbrechen und ihrem Charakter, und die wirksamsten heraussuchen; man kann den Arbeitern gleichzeitig verschiedene Techniken beibringen und feststellen, welche die beste ist; man kann pädagogische Experimente anstellen - und vor allem das berühmte Problem der Klausur-Erziehungen wieder behandeln, wozu man Findelkinder verwendet; man könnte dann sehen, was geschieht, wenn man sie im Alter von 16 oder 18 Jahren mit anderen Menschen in Verbindung bringt; man könnte feststellen, ob, wie Helvetius denkt, jeder beliebige alles beliebige lernen kann; man könnte die Genealogie jeder beobachtbaren Idee verfolgen; man könnte verschiedene Kinder in verschiedenen Denksystemen aufziehen und einige glauben machen, dass zwei und zwei nicht vier ist und dass der Mond ein Käse ist, und sie später, wenn sie 20 oder 25 Jahre alt sind, zusammenführen;"


"man würde dann Diskussionen erleben, welche die Predigten und Vorträge, für die man soviel Geld ausgibt, durchaus aufwögen; man hätte jedenfalls Gelegenheit, Entdeckungen im Bereich der Metaphysik zu machen. Das Panopticon ist ein bevorzugter Ort für Experimente an den Menschen und für die zuverlässige Analyse der Veränderungen, die man an ihnen vornehmen kann. Das Panopticon vermag sogar seine eigenen Mechanismen zu kontrollieren. In seinem Zentralturm kann der Direktor alle Angestellten beobachten, die seinem Befehl unterstehen: Pfleger, Ärzte, Werkmeister, Lehrer, Wärter; er kann sie stetig beurteilen, ihr Verhalten ändern, ihnen die besten Methoden aufzwingen; und er selbst kann ebenfalls leicht beobachtet werden." "Und ist nicht der Direktor, der inmitten dieser architektonischen Anlage eingeschlossen ist, mit ihr auf Gedeih und Verderb verbunden?"


"Wann immer man es mit einer Vielfalt von Individuen zu tun hat, denen eine Aufgabe oder ein Verhalten aufzuzwingen ist, kann das panoptische Schema Verwendung finden."


"Wann immer man es mit einer Vielfalt von Individuen zu tun hat, denen eine Aufgabe oder ein Verhalten aufzuzwingen ist, kann das panoptische Schema Verwendung finden." [Evtl. hat sich dann zu einem späteren Zeitpunkt das panoptische Schema so weiterentwickelt, dass der Bürger nicht mehr nur weiss, dass er jederzeit überwacht werden kann, sondern auch gar nicht mehr weiss dass er überhaupt überwacht wird. Dadurch besteht folgende Gefahr: wenn der Direktor und/oder seine Fähigheit die Mechanismen aus dem panoptischen Turm zu überwachen fallen, so ist man (die Gesellschaft) verloren. In einem solchen Szenario die Mitmenschen zu überzeugen was das Problem in der Gesellschaft ist, ist praktisch unmöglich. Einerseits muss man sie Schritt für Schritt an die Problematik heranziehen, andererseits muss man ständig in Bewegung bleiben um nicht vom panoptischen Turm erfasst zu werden.]


[Aus einem panoptischen Schema gibt es kein entrinnen. Einzig und allein per Instinkt (was ist Instinkt?) kann man sich einem panoptischen Schema entziehen, indem es sich solange entzieht bis jeder Einzelner die Spuren des panoptischen Schemas erkennt: angenommen es gäbe Roboter (ein Roboter kann auch ein voll automatisierter Kontrollposten sein) so würde es dem Panopticum gleichgütlig sein von allen als Schema entdeckt zu werden. Solange es keine Roboter gibt, ist es dem panoptischen Schema wichtig nicht erkannt zu werden. Auch in einem panoptischen Schema stellen sich irgendwann mal Erbfragen: Wer soll danach übernehmen? Nachkommen? Wächter aus der Reihe der Wertegemeinschaft? Was ist wenn diese Person nach einiger Zeit zum Tyrannen wird? Was ist wenn die Technologie auf einmal die Erstellung neuer (zusätzlicher) panoptischer Schemen zulässt? Und zwar aus einem externen Zusammenschluss völlig losgelöst vom Quellcode heraus? Welche zum Beispiel auf die Gefühle und Komplexe von Menschen abzielt?]


[Instinkt Instinkt - in stinkt - etwas stinkt: man wendet sich als Reaktion ab. Stinken im relativen und nicht absoluten Sinn: was einem stinkt, mag den anderen anziehen. Kann aber auch situativ sein: einmal anziehend und dann abstossend. Evtl. führen unterschiedliche Gefühle zum abstossen unterschiedlicher Sekrete (Körpersaft, siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Humoralpathologie) Oxford Languages - Google: "ererbte Fähigkeit besonders der Tiere, in bestimmten Situationen ein nicht bewusst gelenktes, aber richtiges (besonders lebens- und arterhaltendes) Verhalten zu zeigen" und "innerer Impuls, der jemanden in bestimmten Situationen ohne Überlegen das Richtige tun lässt" Diese Definitionen setzen voraus, dass wir als Wesen von der jeweiligen Situation völlig losgekoppelt sind und mögen deshalb zu einem gedanklichem Trugschluss führen. Beweise vom Trugschluss: 1. Wenn ich in 7 von 10 Situationen richtig handle, dann sind meine Instinkte gut. 2. Wenn ich in 8 von 10 Situationen richtig handle, dann sind meine Instinkte sehr gut. 3. Wenn ich in 9 von 10 Situationen richtig handle, dann sind meine Instinkte ausserordentlich gut. 4. Wenn ich in 10 von 10 Situationen richtig handle, dann sind meine Instinkte zu gut.]


[In jener Definition wo das Individum von der Umwelt losgelöst wird, besteht die Gefahr dass die Gesellschaft die Guten einstellt, die sehr Guten führen lässt und die Besten wegsperrt oder ganz entfernt. Wenn wir als Alternative zu dieser Definition von Instinkt zulassen, dass der Mensch von den Umständen nicht völlig losgekoppelt ist, sondern er Teil davon ist, so sind wir in der Lage zu folgendem Schluss zu kommen: 4. Wenn ich in 10 von 10 Situationen richtig handle, dann liegt es daran, dass ich mit meiner Umwelt im Einklang lebe, bei der auch temporäre Verstimmungen (auch wenn nur ungeduldig) beidseitig hingenommen werden. Beispiel: Eine der komplexesten Situationen ist das Liebesspiel. Daran zu denken, kann es schwieriger machen. Daran nicht zu denken, kann es schwieriger machen. Wenn wir es perfekt tun, dann wird auch mal der liebe Gott gerufen. Warum weiss man bei einer Person was das Richtige ist? Und warum weiss man bei einer anderen Person oder bei der gleichen Person unter anderen Umständen nicht was das Richtige ist?]


[Gedankliche Herausforderung um es nachzuvollziehen: Hat man es einmal perfekt getan, so versuche dies zu replizieren. Umstände sind genau gleich: nicht replizierbar. Und Individuen sind auch nicht replizierbar da sie in jeder Sekunde einzigartige Umstände erleben. Dadurch sind Individuen in ihrer Umwelt eingepflanzt und können nicht von ihnen gesondert gedacht werden. Angenommen zwei Individuen wachsen in einem speziellen Raum von allen Umständen losgekoppelt auf, so ergeben sich zwei Situationen: 1. Wenn beide im gleichen Raum aufwachsen, so ist eines links vom anderen und das andere rechts vom anderen. Keine Replikation möglich. 2. Wenn beide im gleichen Raum gegenüber von einander oder in getrennten Räumen aufwachsen so werden sie bei der ersten Zusammenkunft nicht beide gleichzeitig das gleiche tun. Und wenn sie dies tun, dann haben wir eine perfekte Spiegelung. Das Trugschluss des berührbaren Spiegelbild bricht sobald eine dritte Person hinzukommt (möge diese Person ebenfalls so aufgewachsen sein). Entweder 'ist man der Situation gewachsen' oder eben nicht. Wir wachsen also mit jeder Situation, wir wachsen in sie hinein, sie bricht uns, verändert uns, lässt uns wachsen: wir sind nicht losgelöst von ihr.]


[Entweder 'ist man der Situation gewachsen' oder eben nicht. Wir wachsen also mit jeder Situation, wir wachsen in sie hinein, sie bricht uns, verändert uns, lässt uns wachsen: wir sind nicht losgelöst von ihr. Wir leben nicht parallel zur Situation. Die Situation existiert nicht neben uns. Wir existieren nicht neben ihr. Wir leben in ihr drin. Wir sind Teil der Situation. Man denke an ein Game: Super Mario Bros. Um so schneller sich das Game bewegt, umso schneller müssen sich meine Finger richtig bewegen. Meine Augen sehen die Situation, aber mein Gehirn ist nicht in der Lage die richtige Abfolge zu berechnen oder meine fehlende Fingerfertigkeit hält mich auf. Ein Fehler von mir, ändert die Situation: aus diesem Fehler kann ich dann etwas Richtiges tun. Angenommen jemand versuche Situationen herzustellen und möge diese Situationsabfolge noch so perfekt sein. Ein Fehler von mir verändert auch die Situation und damit auch ihre Abfolge. Es ist schwieriger für jene Personen die Situation neu zu berechnen als für mich aus der neuen Situation heraus das richtige Handeln für mich zu entdecken. Wir sind also nicht nur Teil der Situation, sondern die Situation ist auch Teil von uns.]


[Angenommen eine Gruppe von Menschen möchte bestimmte Situationsabfolgen herbeiführen: man nenne sie Orchester (Orchester - orchen - horchen - Horchester): Wir leben in jeder Sekunde in einer Situation. Den nächsten richtigen Schritt zu berechnen ist für mich einfacher als für das Orchester. Das Orchester würde mit der Zeit das Gefühl haben, es hätte einen sogenannten Maulwurf in seinen eigenen Reihen und einen nach den anderen verdächtigen. Das Aussondern des Orchester lässt mich mit der Zeit erkennen dass ein Orchester am Werk ist. Ich erkenne sogar welcher Teil vom Orchester auf einmal wegfällt und lerne mit der Zeit das Orchester immer besser kennen. Ein solches Orchester geht von von vollständiger Rationalität aus. Sie macht den typischen Vernunftfehler (kann in jeder Situation neu geschehen): geht davon aus, dass irrationale Zahlen bis ins Unendliche wachsen. Das tun sie nicht. Ein Objekt mit irrationaler Höhe wächst nicht unendlich. Lediglich die Zahl welche diese Höhe wiedergibt ist unendlich lang. Das Orchester verkennt dass es eine klare Abfolge der Situationen geben muss. Ich als Individuum lebe in der Situation und erkenne jeden Fehler. Dies ist der Ursprung vom Trugschluss für das Orchester.]


[Suche auch Gruppeninstinkt bzw. Schwarmintelligenz. Weiterführende Literatur: -Howard Rheingold -William Morton Wheeler -Pierre Paul Grassé -Gerardo Beni -Jing Wang -Marvin Minsky -Sunil Nakrani -Craig Tovey -Craig Reynolds -Roger Nelson -Karl Theodor zu Guttenberg -Thomas Dyer Seeley Weiterführende Literatur zum Thema Instinkt: -Hermann Samuel Reimarus -Ernst Heinrich Weber -Charles Darwin -Douglas Alexander Spalding -William James -George Romanes -Heinrich Ernst Ziegler -William McDougall -Konrad Lorenz -Nikolaas Tinbergen -Luther Lee Bernard -Otto Klineberg -Arnold Gehlen]


[Wikipedia: Kollektive Intelligenz als Thema in der Unterhaltungsliteratur: -Stephen Baxter: Der Orden -Michael Crichton: Beute -Andreas Eschbach: Blackout -Fred Hoyle: Die schwarze Wolke -Stanislaw Lem: Der Unbesiegbare -Frank Schätzing: Der Schwarm -Daniel Suarez: Kill decision -Star Trek Die Borg Weitere Themen gemäss Wikipedia: -Ameisenalgorithmus -Die Weisheit der Vielen -Gemeinsame Wissenskonstruktion -Gruppendynamik -Herdenverhalten -Organisationsintelligenz -Schwarmkunst -Soziale Kompetenz]


"In jeder dieser Anwendungen ermöglicht es die Perfektionierung der Machtausübung: weil es die Möglichkeit schafft, dass von immer weniger Personen Macht über immer mehr ausgeübt wird" [Beispiel von parallelen Panopticas im Einsatz welche gegeneinander arbeiten bzw. das einte den Bürger gegen den anderen ausspielt: Angenommen Panoptica blau prüft Zahlungsverlauf sowie Suchverlauf von einem User. Anhand dieser Daten stellt es eine Person unter Verdacht. Nun könnte Panoptica rot über Inapps das Interesse des gleichen Users für genau jene Produkte und Themen wecken welche dazu führen, dass man bei Team blau unter Verdacht gerät. Gerät man einmal bei Team blau unter Verdacht, so wird man untersucht. Das Untersuchen an sich führt bei jenem User zu Reaktionen welche bei Team blau zusätzlich als verdächtig vermerkt werden. Auch wenn Team blau jenen User für kurze Zeit als rot markiert hat und danach wieder cleared, so ist ein entsprechender falscher Eintrag in der Historie drin. Team rot kann sich so die blauen ins Team holen.]


[Solche Situationen sind nicht allzu schlimm solange Team blau in Führung ist. Denn dann hat Team blau das Selbstbewusstsein nicht allzu stark zu reagieren: nicht paranoid werden und überall Gefahren sehen. Wenn aber Team rot langsam das Zepter übernimmt, so besteht die Gefahr dass Team blau zu stark auf Schutzmechanismus setzt und dadurch immer mehr an Terrain an Team rot verliert. Das ist wie wenn man bei einer Frau welche gehen möchte zu stark sie versucht zurück zu halten, dann wird ihr Wunsch zu gehen nur noch grösser. Besser ist ein wenig loszulassen: dies zeugt von Selbstbewusstsein und führt bei ihr zu Verwirrung/Unsicherheit (erste Station wo sie zurück kommen kann). Die zweite Station wo sie zurück kommen kann ist wenn sie bei rot angelangt ist und Erwartungen mit Realität nicht übereinstimmen und/oder der Vergleich mit blau weniger gut ist bzw. sie dann merkt dass blau doch viel besser war.]


[Wenn also diese Frau wieder zurück will, so könnte Team blau diese Situation ausnützen und sich sagen dass sie danach nie mehr zu rot gehen könnte. Frau könnte sowas vorahnen und dann aus trotz bei rot bleiben. Schlussendlich sind alle bei rot: obwohl das keiner will. Grund: Team blau hat panisch in der Pole Position reagiert (zu oft in den Rückspiegel gesehen: siehe autobiographische Filme der Formel 1 Fahrer oder spreche mit ihnen über die Psychologie des erst und zweit Platzierten). Menschen fühlen sich bei Ruhe sicherer weil sie nicht in ihrer Sinneswahrnehmung irritiert werden. Panisches reagieren bedeutet lärm. Lärm irritiert. Oder noch schlimmer: der Bürger könnte den Eindruck erhalten Team blau und rot arbeiten zusammen. In einem solchen Fall würden sich User nach Dezentralisierung und absolute Individualität sehnen.]


[Zwei Szenarien in einer solchen Umgebung: Szenario 1: Völliger Machtverlust. Szenario 2: Team grün könnte versucht sein dieses Machtvakuum für sich zu nutzen indem es rot und blau gegeneinader ausspielt. Das Auspielen erhöht den Zulauf zu Team grün. Rot und blau versucht grün mit den üblichen Methoden in die Schranken zu weisen. Ihre Argumente verstärken grün, da sie (rot und blau) am Hauptthema völlig vorbei argumentieren bzw. genau jene bestärkende Argumente selber liefern. Grün wird zum Königsmacher. Green gap: -Team blau ignoriert grün zu lange aus Kostengründen: kurzfristige Profitmaximierung. -Team rot ignoriert grün zu lange aus ideologischen Gründen: um in der Rechthaberei aufzuzeigen dass blau gegenüber Natur scheitert.]


[Allgemein: Wäre Person rot in der blauen Position, so würden sie genau gleich wie blau handeln. Wäre Person blau in der roten Position, so würden sie genau gleich wie rot handeln. Wäre Person grün in der blauen Position, so würden sie genau gleich wie blau handeln. Wäre Person grün in der rote Position, so würden sie genau gleich wie rot handeln. Wer die Einstellung hat 'Nur ich nicht' kann Pole Position bewahren oder Pole Position einnehmen. Wer so tut als ob 'Nur er nicht' fliegt auf, da Menschen in solch einer Umgebung auf Authentizität immer stärker fokussiert sein müssen und dadurch auf das Erkennen von Ehrlichkeit trainiert sind. Individuum nicht von der Situation/Umwelt/Umfeld ansehen sondern als Teil der Dynamik.]


[Literatur: -Jeremy Bentham -Alexis de Tocqueville -Eduard de Beaumont]


"Es besteht also keine Gefahr, dass die der panoptischen Maschine zu verdankende Machtsteigerung in Tyrannei entarten könnte; die Disziplinaranlage wird demokratisch kontrolliert, da sie für den grossen Ausschuss des Weltgerichts ständig zugänglich ist." [Diese Eigenschaft nicht in Tyrannei zu entarten wird höchstwahrscheinlich bei jeder starken technischen Veränderung in Frage gestellt. Anzeichen hierfür können die unten aufgeführten Punkte sein. Entwickeln sich diese Punkte in die Gegenrichtung so sollte das Panopticum ihre Mechanismen genaustens untersuchen und die Erstellung eines Dezentralisierungsplans (Machtvergabe nach unten: Grundeinkommen) in Betracht ziehen.] "Das Panopticum der Macht willen und nicht, um einer bedrohten Gesellschaft das Leben zu retten, organisiert es die Macht und macht sie ökonomischer und wirksamer: es geht darum, -die Gesellschaftskräfte zu steigern, -die Bildung auszudehen, -das Niveau der öffentlichen Moral zu heben; -zu Wachstum und Mehrung beizutragen."


"Wir sind nicht auf der Bühne und nicht auf den Rängen. Sondern eingeschlossen in das Räderwerk der panoptischen Maschine, das wir selber in Gang halten - jeder ein Rädchen." [Das klingt wie nach einer Anleitung um die Macht in der panoptischen Maschine zu übernehmen. Auf der Bühne sind die Führungskräfte und in den Rängen sitzt die Bevölkerung.] "das allmähliche Verlöschen der glänzenden Feste der Souveränität, das Verstummen der spektakulären Kundgebungen der Macht in einem alltäglichen Verfahren der Überwachung, im Panoptismus, in dem die Wachsamkeit der einander kreuzenden Beobachtungen den Blick des Adler-Sonnen-Auges bald überflüssig machen wird." [Klingt fast danach als wäre Michel Foucault zornig auf die Natur: den Adler mag er gar nicht. Wie wenn er aufzeigen möchte, dass die Rädchen die Natur zermahlen können. Was hat ihn zu diesem Vergleich mit dem Räderwerk inspiriert? Ist er sowas wie ein Smeagol: keine Sexchromosomen und daher/trotzdem: -'free from desire' aber nicht antriebslos -unauffällig unaufhörlich voran schreitend -ständig da aber muss Revier nicht markieren -kein Rückgrat aber trotzdem mächtig -alleine]


[Und diszipliniert wird er auch sein:] "Wir können sagen, dass die Disziplin das einheitliche technische Verfahren ist, durch welches die Kraft des Körpers zu den geringsten Kosten als politische Kraft zurückgeschraubt und als nutzbare Kraft gesteigert wird." [Sein wir beschränkt sich auf ein abstraktes Gemeinschaftsgefühl. Das Gemeinschaftsgefühl betrifft nur Personen welche ebenfalls Räderchen sind. Damit sind zum Beispiel Kinder und Pensionierte ausgeschlossen. Alle Personen welche kein Räderchen sind, sind ausgeschlossen. Unter anderem können auch Personen ausgeschlossen sein, welche grössere Räder darstellen, um ihnen aufzuzeigen dass sie ohne die kleineren Räderchen sich nur im Kreis drehen: dies aufzuzeigen wird er wohl geniessen. Er ist unter Umständen machtbesessen, will sie aber nicht inne haben. Vielleicht eher andere entmachten ohne selber die Macht jemals zu besitzen.]


[Evtl. wollte Michel Foucault schon immer etwas bestimmtes besitzen. Als er dann in seinen Händen trug, fiel ihm auf dass es nicht die gleiche Wirkung hat wie in der Hand jener Person die er zuvor so stark beneidete. So verhielt es sich mit allen Gegenständen die man in irgend einer Form besitzen/innehaben kann. Er ergriff sich das Gold, aber es hatte nicht den gleichen Schein in seinen Händen. Die Macht des Glitzer schien wie zu verschwinden sobald er es sich ergriff. Lernte mit der Zeit genau darin seinen Daseinszweck zu sehen. Anders ausgedrückt: er umarmte sein inneres Wesen: den Smeargol: den Glanz auszulöschen. Diese Umarmung bedeutet nicht, dass er sich selber mag, weshalb er andere auch nicht mag. Titelwahl: 'Die Geburt des Gefängnisses' Evtl. spielt er damit auf sich selber: 'Ich, dein Gefängniss bin geboren. Du siehst mich auf dem Cover, aber verstehst es nicht wirklich.']

"Es ist bekannt, wie viele wirkliche Verfahren die Rechtsfiktion des Arbetisvertrages verbiegen: die Disziplin am Arbeitsplatz ist davon nicht die unwichtigste." [In einer Organisation würde man von ihm sagen: wenn er geht, dann kann er zu viel Schaden anrichten. Oder: Wir brauchen ihn unbedingt so fällt zu viel zusammen, wir können ihn immer noch später ersetzen (kommt dadurch nie in die Priorität hinein ersetzt zu werden). Und befördern kann man ihn auch nicht: man weiss also, dass er keine guten Charaktereigenschaften besitzt. Er ist eine Person welche ab und zu nach einer Beförderung verlangt. Bleibt diese Person im Unternehmen so wird er darin immer besser seine Mitarbeiter und Arbeitskollegen zu drangsalieren ohne oberhalb bemerkt zu werden. Es gelingt ihm mit der Zeit die Organisation aus der Mitte hinaus zu leiten. In einem solchen Fall: muss man einfach hin: Kündigung per sofort und erst danach überlegen wie man ihn ersetzt: so gewinnt man die Autorität zurück. Schwarmintelligenz wird zur Hilfe eilen. Seine Macht ist informell und kann deshalb nicht einfach von seinem Nachfolger übernommen werden: Weshalb der Stellenbeschrieb nicht vollständig verändert werden muss.]


[Zu seinen Eigenschaften: -sein jähzorn kommt nur ganz selten zum Vorschein -man hasst ihn nicht, aber man mag ihn auch nicht -technisch überlegen: kann abhören und evtl. auch auf screen zugreifen -formell und informell Zugriff auf wichtigste Informationen -gute Menschenkenntnisse -gefällt ihm was nicht, so stachelt er die richtigen an -Beförderung ist ihm wichtiger als Lohnerhöhung -teilt Geld mit den anderen aber nimmt ihnen viel mehr weg: sie sehen das nicht -er ist ein Kriecher: man würde sagen schleimig und schmierig wie ein Smeagol: aber er ist trocken: hinterlässt keine Schleimspuren -würde zum Beispiel bei Umzug sich freiwillig zur Hilfe melden (lässt dich aber im wichtigsten Moment fallen), dann aber Kabel zum abhören verlegen: geht also auch Risiken ein, obwohl ängstlich zerbrechlichen Eindruck hinterlässt -seine Geheimnisse verrät er niemandem (auch wenn man ihn in den Griff bekommt, so kann man seine Macht nicht übernehmen): Kündigung ist die einzige Lösung Fast jedes Unternehmen oder Organisation hat einen Smeagol: erkennt man ihn, sofort kündigen. Er ist wie die R&D Abteilung: findet ständig neue Methoden aber verwendet sie gegen die Allgemeininteressen des Unternehmens: gegen Mitarbeiter und gegen Arbeitgeber.]


[Er ist fast schon durchsichtig. Weshalb er sich wohl auch lange Zeit mit der eigenen Durchsichtigkeit beschäftigt. Eigentlich müsste Gold durch ein durchsichtiges Wesen scheinen: Weshalb die Besitzergreifung ihm zu Schein verhelfen sollte. Tut es aber nicht. Ist es der Schein (die Ausstrahlung) oder ist es das empfangende Organ (das Auge)? Er hasst beides: versucht mit Hilfe der Bevölkerung die charismatischen Personen zu entfernen, danach verwendet er seine Macht um in der Bevölkerung jene zu entfernen welche in Zukunft scheinen könnten. Blebit dadurch lange unerkannt: da keine klaren Motive sichtbar sind.]


[Das Hauptproblem: Jeder denkt sich insgeheim: wenn ich ihn steuern kann, dann kann ich über ihn alles steuern. Das stimmt nicht. Dies führt dazu, dass er immer stärker wird da er sich immer mehr als Opfer darstellen kann. Dabei ist er eigentlich der Täter. Jeder merkt mit der Zeit: es geht gar nicht um Recht und Unrecht: sondern nur um Macht. Immer mehr Menschen halten dann genau aus trotz zu jenem Smeargold, der das eigentliche Problem ist. Arbeitgeber sagen sich: wir verwenden Smeargol gegen Mitarbeiter. Mitarbeiter sagen sich: wir verwenden Smeargol gegen Arbeitgeber. Resultat: -Beide Seiten verlieren. -Smeargol hat eine andere Definiton von Gewinnen und Verlieren. Anzeichen für einen Smeagol: Man schlage seine Kündigung weiteren Entscheidungsträger vor. Sie zögern mit Begründung dass es dann viel aufwendiger wird. Man lässt sich dann selber relativ schnell durch dieses zögern der anderen von der eigenen Forderung abrücken.]


[Weitere Anzeichen für eine Smeagol: Wortklauberei 'Aber du hast gesagt ...' auch wenn sich die Realität völlig verändert hat. Menschen lassen sich dadurch teilweise in den Bann ziehen. Die Welt ist einfacher wenn sie sich an früher gesagtem versucht zu halten, als die Veränderungen wahrzunehmen und auf die neue Realität einzugehen. Dies liegt auch in der Natur des Smeagol: da keine Sexchromosomen auch kein Fortpflanzungswille im übertragenen Sinne vorhanden. Was nach ihm kommt, spielt ihm überhaupt keine Rolle. Seine Kinder sind ihm irgendwie egal. Definition von Wortklaubereit gemäss Google Oxford Languages: "pedantisch enge Auslegung der Worte, kleinliches Festhalten an der wortwörtlichen Bedeutung von etwas Gesagtem, Geschriebenem"]


[Evtl. Begründung für die eigenen Regelbrüche.] "Wie geregelt und institutionalisiert sie auch sein mag, in ihrem tatsächlcihen Mechanismus ist die Disziplin immer ein Gegenrecht. Und wenn das allgemeingültige Rechtssystem der modernen Gesellschaft den Machtausübungen Grenzen zu setzen schein, so hält doch ihr allgegenwärtiger Panoptismus im Gegensatz zum Recht eine sowhl unabsehbare wie ungscheinbare Maschinerie in Gang, welche die Asysmmetrie der Mächte unterstützt, verstärkt, verfielfältigt und die ihr gezogenen Grenezn unterläuft."


"Auffallend ist jedoch, dass man neben der Montanindustrie, neben der beginnenden Chemie, neben den Mehtoden der staatlichen Finanzverwaltung, neben den Hochöfen und der Dampfmaschine den Panoptismus nur wenig gefeiert hat." [Wo ist das Panopticon heute? Wie hat es sich in den letzten 150 Jahren (5 Generationen Übergabe) entwickelt? Welche technischen Errungenschaften haben es verändert/verformt/ersetzt? Um das Beispiel der Dampfmaschine als Vergleich zu nehmen.]


[Was bedeutet Adler-Sonnen-Auge: Evtl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Horusauge https://de.wikipedia.org/wiki/Horus Um auf das Beispiel der Informationssendung per Augen (siehe meine Notizen zu Rudolf Steiner) zurück zu greifen: Der Adler sieht, die Sonne strahlt aus. Der Adler sieht alles, die Sonne vermag alles zu überstrahlen. Im übertragenen Sinne ist sie heller als jedes andere Licht. Das Adler-Sonnen-Auge sieht in den Himmel hoch: über die Augen der Vögel werden seine Gedanken (Informationspakete) in die Augen der anderen Menschen gespiegelt. Das Adler-Sonnen-Auge ist nicht der einzige mit dieser Gabe. Auch andere können über die Vogelaugen Informationen verbreiten und empfangen. Aber: das Adler-Sonnen-Auge dominiert alle anderen in seiner Gabe: weshalb es zu jedem Zeitpunkt in der Geschichte nur einen geben kann. Diese eine Person ist in der Lage alle anderen Informationsübermittlungen per Auge zu überschreiben. Das Adler-Sonnen-Auge wird auch als Sonnengott bezeichnet. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Sonnengottheiten]


[Wie kommt es zum nächsten Adler-Sonnen-Auge? -Geht das aktuelle Adler-Sonnen-Auge so ist es der nächst stärkste das neue Adler-Sonnen-Auge (muss nicht verwandt sein). -Oder jemand wird geboren der ein stärkeres Adler-Sonnen-Auge ist. Allgemeine Eigenschaften: -Es gibt einige mit stärkerer Empfangskraft (eher Adler-Auge: gemeint ist auch das verarbeitende Hirn). -Es gibt einige mit stärkerer Sendekraft (eher Sonnen-Auge: gemeint ist auch das verarbeitende Hirn). -Die Kombination von beidem: beides muss stark sein bestimmt die Vollständigkeit oder Vereinigung des Adler-Auge und Sonnen-Auge in einer Person: Jene Person ist das Adler-Sonnen-Auge bzw. der Sonnengott. Es gibt zu unterschiedlichen Zeiten in der Geschichte stärkere und weniger starke Adler-Sonnen-Auge: -Angenommen man könnte das Adler-Sonnen-Auge mit dem Intelligenzquotient gleich setzen: Dann gab es vielleicht vor 25 Jahren ein Adler-Sonnen-Auge mit einem IQ von 400. Vor 50 jahren einen mit einem IQ von 500. Vor 100 Jahren einen mit einem IQ von 350. Vor 150 Jahren einen mit einem IQ von 600, usw.]


[Die Frage ist: ist das Adler-Sonnen-Auge: reader (Adler), writer (Sonne) oder beides? Hat man die Einstellung das Adler-Sonnen-Auge sei ein reader: so ist er für diese Menschen sozusagen ein Übermittler dessen was alle denken. Dadurch ist er nicht schuldig für sein und das Verhalten seiner Kopien. Hat man die Einstellung das Adler-Sonnen-Auge sei ein writer: so ist er für diese Menschen sozusagen ein Herrscher oder eine Leitfigur. Dadurch ist er schuldig für sein und damit das Verhalten seiner Kopien. Das Adler-Sonnen-Auge wird durch die Empfänger der gespiegelten Informationen in den Vogelaugen von seinen Mitmenschen kopiert. Das Kopieren ist eine Art natürlicher Schutz für das Adler-Sonnen-Auge. Jene Personen die ihn für schuldig bekennen, können ihn dadurch nicht allzuleicht finden. Auch jene die sich ihm bemächtigen wollen können ihn nicht so leicht finden. Es müssen nicht Vogelaugen als Spiegel dienen: die Informationsübertragung kann auch direkt von Auge zu Auge geschehen.]


[Wie kann das Adler-Sonnen-Auge alles sehen bzw. alles empfangen? Ist es die Spiegelung der Gedanken einer Person in den Augen der Vögel, welche dem Adler-Sonnen-Auge ihr Vorhaben verraten? Ist es das Verhalten der Vögel oder Tiere ganz im Allgemeinen welche dem Adler-Sonnen-Auge vorauseilende Informationen übermitteln? Ist es die Spiegelung in den Augen der Mitmenschen welche dem Adler-Sonnen-Auge ihr Vorhaben verrät? Ist es das Zusammenspiel all dieser Spiegelungen? Damit erfüllen sich zwei Funktionen: das Adler-Sonnen-Auge kann sich vor drohender Gefahr rechtzeitig und richtig schützen. Und es kann Unzufriedenheiten der Mitmenschen empfangen. (Zufriedenheit/Glück wird meistens ausgesprochen: Unzufriedenheiten eher nicht; ausserdem sind Unzufriedenheiten emotionaler und werde deshalb wohl stärker ausgestrahlt: so dass das Adler-Sonnen-Auge diese besser empfangen kann).]


[Mit anderen Worten: Sehen wir in den Himmel, so empfangen wir lediglich die Gedanken der Mitmenschen. Die Gedanken der Mitmenschen werden durch die Gedanken jener geleitet welche eine stärkere Sendekraft haben. Jene mit stärkerer Sendekraft werden geleitet durch die Gedanken jener mit noch stärkerer Sendekraft. Und jene mit der stärksten Sendekraft werden geleitet durch die Gedanken der Person mit der stärksten Sendekraft: dem Adler-Sonnen-Auge. Kann das Adler-Sonnen-Auge eine Frau sein? Wahrscheinlich schon: evtl. konnten sie sich mit ihrer Körperkraft nicht wehren. Man kann nicht auf Lebzeiten anders denken als sein. Mit dem Grundeinkommen hätten mehr Frauen die Chance zum Adler-Sonnen-Auge aufzusteigen. Dadurch hätten wir eine humanere Gesellschaft.]


[Evtl. Alternative Erklärung zu Paranoia: Gemäss Wikipedia: ist Paranoia: "von altgriechischparà 'neben', und noûs 'Verstand'; wörtlich etwa 'wider den Verstand, verrückt, wahnsinnig'." Im albanischen bedeutet 'perpara' vorne: räumlich und auch zeitlich. Es kommt wahrscheinlich von 'per me pare': übersetzt in etwa 'um es zu sehen' oder sinngemäss 'so positioniert dass es sichtbar ist' und sichtbar ist etwas was räumlich vor einem steht oder zeitlich bereits geschehen ist. Also könnte dies bedeuten vor meinem Verstand sein bzw. vor meinem Verstand stehen, so dass ich es auf- bzw. begreifen kann.]


[Evtl. Alternative Erklärung zu Paranoia: Gemäss Wikipedia: ist Paranoia: "von altgriechischparà 'neben', und noûs 'Verstand'; wörtlich etwa 'wider den Verstand, verrückt, wahnsinnig'." Im albanischen bedeutet 'perpara' vorne: räumlich und auch zeitlich. Es kommt wahrscheinlich von 'per me pare': übersetzt in etwa 'um es zu sehen' oder sinngemäss 'so positioniert dass es sichtbar ist' und sichtbar ist etwas was räumlich vor einem steht oder zeitlich bereits geschehen ist. 'Para' kann auch eine Wortzusammenstellung sein von 'pa ra': also 'ohne zu fallen'. Noia oder auch noua kann von nuhatje kommen: schnüffeln, schnuppern oder auch ahnen. Die entsprechenden Wortzusammensetzungen sind dann: -vor meinem Verstand sein -vor meinem Verstand stehen, so dass ich es auf- bzw. begreifen kann -vorher zu ahnen oder etwas vorahnen -verstehen/begreifen ohne zu fallen -ohne zu fallen (vor-)ahnen Wenn jemand jede Gefahr vorahnt, dann kann man nie beweisen, dass er eigentlich Recht hat (erst wenn es zu spät ist, weiss man dass er jeweils Recht hatte). Ein sehr erfolgreicher Vorahner gilt dann im heutigen Sprachgebrauch als paranoid.]


"Diese Selbstverständlichkeit des Gefängnisses, von der wir kaum loskommen, beruht zunächst auf der Einfachheit der Freiheitsberaubung." [Werden mit dem Grundeinkommen Freiheitsstrafen abgeschafft? Wird das Grundeinkommen je nach Strafe auf eine bestimmte Anzahl an Jahren reduziert? Was wenn in dieser Zeit jene Person trotzdem Unternehmer wird oder eine Anstellung findet? Darf sie daraus nicht zusätzlich verdienen? Ich persönlich habe zur Zeit folgendes Probelm: seit über zwei Jahren versucht mir der Staat etwas anzuhängen (anfangs eine Vermutung; nun genug Beweise welche dies bestätigen). Habe nun angefangen mit einem Aufnahmegerät um den Hals mich zu bewegen um mich vor Falschaussagen zu schützen. Werden wir mit dem Grundeinkommen eine neue Form der Polizeiuntersuchungen erleben? Beispiel: Besteht ein Verdacht wegen einem Vergehen, so wird ein Gremium aus verschiedenen Personen zusammengestellt, welche alles durch das Smartphone 5 Tage vor und nach der Tatzeit hören und sehen dürfen. Damit werden dann Beweise gesammelt. Gesetze gelten nicht rückwirkend: viele Menschen würden dies begrüssen und sich in ihrem Verhalten stark zügeln. Dadurch werden Verhaltensbelohnungen im Grundeinkommen nicht kompliziert.]


"Die Ordnung, die in den Zuchthäusern herrschen muss, kann zur Wiederherstellung der Schuldigen gewaltig beitragen; die Laster der Erziehung, die Ansteckung schlechter Beispiele, der Müssiggang ... haben die Verbrechen zur Welt gebracht. Versuchen wir denn, alle diese Quellen der Verderbnis zu schliessen. In den Zuchthäusern sollen die Regeln einer gesunden Moral verwirklicht werden; zu einer Arbeit gezwungen, die sie schliesslich lieben, wenn sie ihre Früchte einheimsen, gewöhnen sich die Verurteilten an die Beschäftigung, finden Geschmack daran und machen sie sich zum Bedürfnis. Sie geben einander das Beispiel eines arbeitsamen Lebens, das bald ein reines Leben wird; rasch stellt sich das Bedauern über ihre Vergangenheit ein, das der erste Vorläufer der Liebe zu den Pflichten ist." [Wenn Müssiggang als Begründung für Strafarbeit gesehen wird, wir nun aber in jene Zeit gelangen in der wir zum ersten Mal in unserer Geschichte von vollautomatisierten Betrieben leben können, so wird der Müssiggang Teil unseres Lebens. Dann müsste in dieser Begründung das Grundeinkommen der logische Umkehrschluss sein. Nur so kann man von den Menschen Weiterbildung einfordern.]


"Die sichersten Mittel zur Besserung der Individuen sind Arbeit und Unterricht." [Arbeit wird grösstenteils wegfallen. Es ist heute schon so, dass Bildung nichts schadet auch wenn man einen Beruf ausübt welcher nicht unbedingt Bildung voraussetzt. Beispiel: Bauernhof: Es schadet keinem Bauern sich in verschiedene Themen einzulesen. Man kann dadurch die Arbeit noch mehr geniessen und kann allenfalls noch etwas erfinden. Wenn also der Bauernhof irgendwann mal keine menschliche Arbeit mehr benötigt, sondern vollautomatisiert funktioniert: so hat sich der Bauern sowas wie das Grundeinkommen abgesichert. Dann besteht die Möglichkeit zum Müssiggang. In der bisherigen Begründung müsste man den Bauern trotzdem zur Weiterbildung verpflichten. Angenommen das ganze Land ist ein Hof: fällt die Arbeit weg, so darf man gemäss dieser Begründung trotzdem zur Weiterbildung verpflichten. Im Gegenzug erhält man das Grundeinkommen.]


"Die Strafe muss nicht nur individuell sein, sondern auch individualisierend." [Soll mit der Einführung des Grundeinkommens mehr oder weniger eingegriffen werden? Sollte das Grundeinkommen vielleicht eher bedingungslos sein um der Natur des Menschen näher zu kommen? Wird in Zukunft blau für bedingungsloses Grundeinkommen und rot für an Bedingungen geknüpftes Grundeinkommen stehen?]


"Die Arbeit ist die Vorsehung der modernen Völker; sie ersetzt ihnen die Moral, sie füllt die von den verschwundenen Religionen hinterlassene Leere aus und gilt als das Prinzip alles Guten. Die Arbeit musste die Religion der Gefängnisse sein. Eine Maschinengesellschaft brauchte rein mechanische Besserungsmittel." [Wird die Automatisierung der Betriebe und die damit einhergehende strukturelle Arbeitslosigkeit die Religionen wieder aufleben lassen? Wird das Grundeinkommen entgegen wirken? Wird es das Wiederaufleben der Religionen besänftigen oder bestärken? Welchen Nettoeffekt wird das Grundeinkommens (Automatisierung der Betriebe) auf die Religion haben? Soll belohnt werden wenn ein heiliges Buch gelesen wird? Soll pro gelesenes heiliges Buch belohnt werden?]


"Die Strafdauer droht aber den Besserungs-Wert zu verlieren, wenn sie im Urteil ein für allemal festgelegt ist. Die Länge der Strafe darf nicht den Tauschwert des Vergehens messen, sondern sie muss zu nützlichen Umformung des Häftlings beitragen. Nicht Mass-Zeit, sondern Zweck-Zeit; nicht Entgelt, sondern Massnahme." [Massnahme: Mass nahme - Mass nehmen - jemanden vermessen] "... und schliesslich muss dem Strafvollzugsurteil, das vielleicht das wichtigste ist, seine Autonomie gegeben werden; im Verhältnis zu diesem ist ja die Einschätzung des Gerichts nur eine Art Vorurteil, denn die Moralität des Täters kann erst auf dem Prüfstand ermessen werden. Der Richter bedarf darum einer notwendigen und korrigierenden Kontrolle seiner Schätzungen; diese Kontrolle hat das Straf- und Besserungsgefängnis zu liefern."


"Der Häftling muss unter einem ständigen Blick gehalten werden; alle Aufzeichnungen, die von ihm gemacht werden können, müssen registriert und verbucht werden. Der Gedanke des Panopticon - zugleich Überwachung und Beobachtung, Sicherheit und Wissen, Individualisierung und Totalisierung, Isolierung und Transparenz - hat im Gefängnis seinen bevorzugten Realisierungsort gefunden." [Werden wir in Zukunft dezentralisierte Panopticons haben? Auf Kantonsebene? Auf Gemeindeebene?]


"Je genauer und leichter die Überwachung ist, um so weniger braucht man in der Gewalt der Gebäude Garantien gegen Ausbruchsversuche und gegen die Vereinigungen unter den Gefangenen suchen. Die Überwachung wird vollkommen sein, wenn der Direkter oder der Oberaufseher ohne Stellungswechsel und ohne gesehen zu werden nicht nur den Eingang zu allen Zellen und bei offener Tür sogar das Innere der meisten Zellen sieht, sondern auch noch die Aufseher, denen die Bewachung der Gefangenen in allen Stockwerken obliegt."


"Der Delinquent unterscheidet sich vom Rechtsbrecher dadurch, dass weniger seine Tat als vielmehr sein Leben für seine Charakterisierung entscheidend ist. Die Besserungsstrafe muss, wenn eine wahrhafte Umerziehung sein will, die Existenz des Delinquenten totalisieren, sie muss aus de Gefängnis ein künstliches und zwingendes Theater machen, in dem die Existenz von Grund auf neu inszeniert werden muss. Die gesetzliche Strafe bezieht sich auf eine Handlung. Die Vollzugstechnik bezieht sich auf ein Leben;"


"Der Delinquent unterscheidet sich vom Rechtsbrecher auch darin, dass er nicht bloss Urheber seiner Tat ist, sondern dass er er an sein Verbrechen durch ein Bündel von komplexen Fäden geknüpft ist (Instinkte, Triebe, Tendenzen, Charakter). Die Technik der Besserungsstrafe hat es nicht mit dem Urheber einer Tat zu tun, sondern mit dem Verbrecher, der mit seinem Verbrechen verwandt ist." [Michel Foucault hat sehr starke Ressentiments gegenüber anderen Menschen. Warum verwenden wir im Sprachgebrauch nicht 'gegenüber Menschen' sondern 'gegenüber anderen Menschen'?] "Als pathologische Verfehlung der menschlichen Spezies lässt sich die Delinquenz so analysieren wie ein Krankheitssyndrom oder eine Missgeburt."


"Die Delinquenz ist die Rache des Gefängnisses an der Justiz. Die Rache ist so unheimlich, dass sie dem Richter die Rede verschlägt. Dafür erhebt sich die Stimme der Kriminologen." [Wie weit ist in der Zwischenzeit die Kriminologie vorangeschritten? Bzw.: Wie weit geht die Kriminologie heutzutage?]


"schmarotzerisch fressen Delinquenz und Delinquente die ganze Strafjustiz auf." [Michel Foucault ist kein Menschenfreund: Gemäss seiner Definition bezeichnet er jene Menschen als Delinquent welche Spass am Leben haben: brechen kein Gesetz aber passen ihm trotzdem nicht. Diese Aussage geht über die Verfassung hinaus: Foucault fordert eine Umerziehung jener Menschen welche nicht einer geregelten Arbeit nachgehen. Sind damit auch Hausfrauen oder Hausmänner gemeint? Was ist wenn auf einmal alle wegen Robotisierung der Betrieben keiner geregelten Arbeitstätigkeit nachgehen? Gelten dann all diese Personen als Delinquent? Würde Foucault die Umerziehung dieser Personen fordern? Darf er Menschen als Schmarotzer bezeichnen?]


"Das Lied des patriotischen Krieges wird zum Lied des sozialden Krieges: 'Was will uns dieses schwachsinnige Volk, will es das Unglück schmähen? Es sieht uns mit ruhigem Blick an. Unsere Henker jagen ihm keinen Schrecken ein.' "

[Patriot - Patri: Französischer Automobilhersteller: https://de.wikipedia.org/wiki/Patri Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Cyclecar 'The Car you can afford to own']


"... sondern eine sorgfältig ausgetüftelte Maschine: ein Wagen als rollendes Gefängnis, ein mobiler Ersatz für das Panopticon. Ein Mittelgang teilt den Wagen in seiner ganzen Länge. Auf beiden Seiten je sechs Zellen, in denen die Gefangenen sitzen. Ihre Füsse steckt man in Ringe, die innen mit Wolle verstärkt sind und miteinander durch Ketten verbunden sind, die 18 Zoll stark sind. Die Schenkel stecken in metallenen Knieschützern. Der Verurteilte sitzt auf einer Art Trichter aus Zink und Eiche, der auf die Strasse führt. Die Zelle hat überhaupt kein Aussenfester; sie ist vollständig mit Blech verkleidet; nur ein Klappfenster aus durchlöchertem Blech lässt einen angemessenen Luftzug durchziehen. Die Tür zum Gang hin ist bei jeder Zelle mit einer Klappe ausgestattet, die zwei Abteilungen hat: eine für die Verpflegung und eine zweite, vergitterte, für die Überwachung. Die Klappen sind so angelegt, dass die Wächter jederzeit die Häftlinge im Auge haben und ihre leisesten Worte hören, ohne dass es diesen gelingen könnte, sich gegenseitig zu sehen oder zu hören."


"Auf diese Weise kann ein und derselbe Wagen ohne jede Unziemlichkeit gleichzeitig einen Zuchthäusler und einen blossen Angeklagten, Männer und Frauen, Kinder und Erwachsenen enthalten. Wie lange der Weg auch sein mag, die einen werden ebenso wie die andern ihrem Geschickt zugeführt, ohne einander wahrgenommen oder gesprochen haben zu können. Die beständige Überwachung durch die beiden Aufseher, die mit kleinen eichenen Knüppeln mit grossen Stiften aus abgestumpften Diamanten bewaffnet sind, dient schliesslich der Durchsetzung eines ganzen Systems von Bestrafungen gemäss dem inneren Reglement des Wagens: Wasser und Brot, Daumenschrauben, Entzug des Schlafkissens, Zusammenkettung der Arme. Mit Ausnahme von Moralbüchern ist jede Lektüre verboten." [Komische Stelle: Wie wenn Foucault einen Transportwagen mit einer Zelle vermischt.] "Hätte sich diese Maschine nur durch ihre Annehmlichkeit und Geschwindigkeit ausgezeichnet, so würde sie der Empfindsamkeit ihres Urhebers schon alle Ehre gemacht haben."


"Die Strafmaschine hat auch innere Wirkungen: schon in den ersten Tagen des Transportes (während dessen die Gefangenen nicht einen Augenblick losgebunden werden) funktioniert sie als Besserungsapparat."

[Was bedeutet in den ersten Tagen? Wie viele Tage sind das? Ausserdem: der Begriff 'Besserungsapparat' ist nicht in Anführungs- und Schlusszeichen aufgeführt: somit ist dies ein wertender Begriff: Michel Foucault sieht das (Haften/Haft=)Festbinden von Menschen über mehrere Tage als eine Besserungsmethode an.]

"Man ist in erstaunlichem Masse zur Vernunft gebracht, wenn man ihn verlässt." [Foucault lebte von 1926 bis 1984. Den Wagen den er beschreibt ist aus dem Jahre 1837. Wahrscheinlich ein Textfehler.] "Die Geschichte des panoptischen Wagens ist kaum mehr als eine winzige Anekdote."


"Ihr Verdienst ist es jedoch, ein echter Strafvollzugswagen zu sein, der aufgrund seiner äusseren Wirkungen alle Vorzuüge von Benthams Panopticon hat: 'In dem raschen Vorbeiflug [Es hat den Anschein als zittiere er genüsslich die Gazette des tribunaux] dieses rollenden Gefängnisses, das auf seinen stummen und düsteren Seiten ... ' '... liegt etwas von dem Unheimlichen, das Bentham vom Strafvollzug der Häftlinge verlangt und das im Geist der Beschauer einen heilsameren und dauerhafteren Eindruck hinterlässt als der Anblick jener zynischen und fröhlichen Reisenden.' " [Er vergleicht Reisende im Bus und bezeichnet diese als zynisch und fröhlich. Warum? Gleichzeitig empfindet er jene Häftlinge in den vorbeifliegenden Gefängnissen mit der Aufschrift "Transport von Sträflingen" als heilsam.] "In dem raschen Vorbeiflug dieses rollenden Gefängnisses, das auf seinen stummen und düsteren Seiten nur die Worte 'Transport von Sträflingen' trägt" [Als würde er hier zum ersten Mal sich auf eine Seite stellen. Er ist nicht mehr ein beschreibender Soziologe sondern richtet sich gegen/antwortet relativ emotional (bewertend) auf das Lied der Sträflinge.]


"Eines Tages wird ein grosses Gericht das Urteil zwischen den Verbrechern und ihren Richtern umkehren: 'Uns Sträftlingen gehört die Verachtung der Sterblichen. Uns gehört auch das Gold, das sie vergöttern. Dieses Gold wird eines Tages in unsere Hände übergehen. Wir kaufen es um den Preis unseres Lebens. Andere werden diese Ketten wieder an sich bringen, die ihr uns heute tragen lasst; sie werden Sklaven werden. Wir werden die Fesseln sprengen, und das Gestirn der Freiheit wird uns wieder leuchten." [Er antwortet relativ betroffen auf das Lied der Sträflinge.] "Die Geschichte des panoptischen Wagens ist kaum mehr als eine winzige Anekdote. Aber die Ablösung der Sträflingskette durch den Zellenwagen ist so etwas wie ein Brennpunkt, in dem sich der über ein Dreivierteljahrhundert dauernde Prozess der Ablösung der Martern durch die Haft konzentriert: die Haft (Festbinden von Menschen) als genau ausgeklügelte Technik zur Modifikation der Individuen: der Zellenwagen ist ein Reformapparat. Was an die Stelle der Marter getreten ist, ist nicht eine massive Einschliessung, sondern ein sorgfältig angelegtes Disziplinarsystem. So jedenfalls im Prinzip." [Wenn es das im Prinzip sein sollte, was ist es dann in der Realität?]


"Die Gefängisse tragen nicht zur Verminderung der Kriminalität bei: wie sehr man sie auch ausbaut, vervielfacht oder reformeiert, die Zahl der Verbrechen und der Verbrecher bleibt stabil oder steigt sogar." "Die Haft fördert den Rückfall." [Siehe auch wie stark die Kriminalität steigt wenn die Arbeitslosenquote nach oben geht. Mit der Automatisierung der Betriebe steigt auch die Kriminalität. Die Einführung des Grundeinkommens ist auch dieser Betrachtungsweise sinnvoll.]


"Und wenn man daran denkt, dass diese Population ohne Unterlass wächst, dass sie um uns herum lebt und sich regt, dass sie bereit ist, alle Gelegenheiten der Ruhestörung zu ergreifen und sich alle Krisen der Gesellschaft zunutze zu machen, um ihre Kräfte zu erproben, kann man dann noch unempfindlich bleiben gegenüber einem solchen Schauspiel?" [Zitat von Edouard von Beaumont und Alexis de Tocquevielle. Verwende ihre Literatur um Grundeinkommen besser zu argumentieren.]


"Das Aufenhaltsverbot, die Unmöglichkeit, eine Arbeit zu finden, die Landstreicherei sind die häufigsten Ursachen des Rückfalls." [Siehe auch Erfahrung von Lemaître.] "Schliesslich produziert das Gefägnis auf indirektem Wege Delinquenten, indem es die Familie des Häftlings ins Unglück fallen lässt: 'Dasselbe Urteil, welches das Familienoberhaupt ins Gefängnis schickt, stürzt jeden Tag die Mutter in die Not, die Kinder in die Verlassenheit, die ganze Familie in die Landstreicherei oder in den Bettel. Solchermassen droht das Verbrechen sich fortzupflanzen." [Prüfe ob ein Wert als Annäherung herangezogen werden kann, um den Effekt des Grundeinkommens auf die Senkung der Kriminalitätsrate abzuschätzen?]


"... die sieben Universalmaximen des angemessenen Strafvollzugs: 1. Prinzip der Besserung 2. Prinzip der Klassifikation 3. Prinzip der Flexibilität der Strafen 4. Prinzip der Arbeit als Pflicht und als Recht 5. Prinzip der Besserungsstrafe als Erziehung 6. Prinzip der technischen Kontrolle der Haft 7. Prinzip der Anschlussinstitutionen" [Arbeit wurde in den letzten 100 Jahren als Pflicht und als Recht angesehen. Das Recht auf Arbeit erlischt wenn deren Einhaltung aus staatlicher Sicht praktisch unmöglich geworden ist. Dieses Recht einzufordern ist sinnlos in Anbetracht vollautomatisierter Betriebe. Entsprechend kann auch nicht eine Arbeitspflicht vom Bürger eingefordert werden. Unabhängig ob diese Forderung vom Staat oder anderen Bürgern kommt.]


[Auf seinen letzten Seiten beschreibt Michel Foucault eine hochkomplexe Welt. Das Grundeinkommen ist eine einfache Alternative. Einfach kann sehr gut sein. Gerade in Zeiten von Reizüberflutung aufgrund hochkomplexer Entwicklungen mag sich der Bürger nach mehr Einfachheit sehnen: hier kann das Grundeinkommen wie gerufen kommen.]


"Das Strafsystem produziert also eine geschlossene, abgesonderte und nützliche Gesetzeswidrigkeit - und daher rührt auch seine Langlebigkeit." "Tatsächlich bietet eine als Delinquenz festgestellte Gesetzeswidrigkeit einige Vorteile. Sie lässt sich kontrollieren, indem die Individuen markiert, die Gruppen unterwandert und das Denunziantentum organisiert werden. Das unübersichtliche Gewimmel von gelegentlichen und unvorhersehbaren rechtswidrigen Praktiken, die in einer Bevölkerung allgemein üblich sind ..." [Evtl. sinnvoll die gesamte Bibliographie durchzulesen um zu verstehen wie Michel Foucault auf diese Schlussfolgerung kommt.] "Als gebändigte Gesetzeswidrigkeit ist die Delinquenz ein Agent im Dienste der Gesetzeswidrigkeit der herrschenden Gruppen."


"Die Errichtung von Prostitutionsnetzen im 19. Jahrhundert ist charakteristisch dafür: die Polizei- und Gesundheitskontrollen an den Prostitutierten, deren regelmässige Gefängnisaufenthalte, die Organisation von geschlossenen Häusern, die sorgfältige HIerarchie innerhalb des Prostituiertenmilieus und dessen Unterwanderung durch Spitzel - all das gestattete die Kanalisierung und Aneignung enormer Gewinne an der sexuellen Lust, die von einer immer nachdrücklicher werdenden Moralisierung des Alltags in den Bereich des Geheimen und Kostspieligen abgedrängt wurde. Bei der Bildung des Preises für das Vergnügen, bei der Abschöpfung eines Profites an der unterdrückten Sexualität und bei der Eintreibung dieses Profites arbeitete das Delinquentenmilieu einem interessierten Puritanismus in die Hand: als ungesetzlicher Steuereinzieher im Bereich unerlaubter Praktiken."


"Der [illegale] Handel mit Waffen, in gewissen Ländern der [illegale] Handel mit Alkohol oder neuerdings der [illegale] Handel mit Drogen zeigen gleichfalls dieses Funktionieren der nützlichen Delinquenz: die Existenz eines gesetzlichen Verbots lässt ein Feld gesetzwidriger Praktiken entstehen, das der Kontrolle unterworfen wird und aus dem sich ein unerlaubter Profit ziehen lässt - und zwar mit Hilfe von Elementen, die selber gesetzeswidrig sind, die man aber als Delinquenz organisiert und damit im Griff hat. Die Delinquenz ist ein Instrument zur Bewältigung und Ausbeutung der Gesetzeswidrigkeiten."


"... die Unterwanderung von politischen Parteien und Arbeitervereinigungen, die Anwerbung von Helfershelfern gegen Steikende und Aufständische, die Organisation einer Unterpolizei, die mit der legalen Polizei zusammenarbeitete und zu einer Parallelarmee werden konnte - ein ganzer Bereich des aussergesetzlichen Operierens der Macht wurde zum Teil durch eine Manövriermasse aus Delinquenten ermöglicht: Geheimarmee und Reservearmee der Macht." [Streng genommen waren diese Methoden ein Mittel zum Zweck: der Zweck lag darin Chaos (unkontrollierte Macht bzw. Machkämpfe) zu verhindern. Aufgrund technischer Möglichkeiten sind solche Methoden längst überholt. Mit dem Grundeinkommen werden solche Methoden noch überflüssiger.]


"Die Delinquenz funktioniert als ein politisches Observatorium, dessen sich die Statistiker und Soziologen erst lange nach den Polizisten bedient haben. Diese Überwachung konnte aber nur ihm Zusammenhang mit dem Gefängnis funktionieren. Indem das Gefängnis die Kontrolle der aus ihm Entlassenen, erleichtert, indem es die Anwerbung von Spitzeln ermöglicht und das Denunziantentum fördert..."


"Und alle von ihm hervorgerufenen Entwurzelungen eröffenen viele Möglichkeiten, den ehemaligen Häftlingen die gewünschten Aufgaben aufzuzwingen." [Arbeitslosigkeit wird unter anderem als Urspung von Entwurzelung genannt. Was ist wenn auf einmal keine Arbeitsplätze zur Verfügung stehen? Dann wird eine Entwurzelung trotzdem statt finden. Wie soll dies gesellschaftlich angegangen werden? Das Grundeinkommen löst sicherlich einen Teil des Problems: Einkommen ohne schlechtes Gewissen. (die Sozialhilfe kommt unter anderem mit dem Preis des schlechten Gewissens). Ausserdem schiebt das Grundeinkommen den Riegel vor wenn es darum geht "ehemaligen Häflingen die gewünschten Aufgaben aufzuzwingen." Verhinderung der Zwangsarbeit und dem Abstrafen länger als vom Gericht vorgesehen: solche Aufgaben führen meist zu lebenslänglichem aufzwingen von Aufgaben. Unter Umständen werden solche Zwangsaufgaben sogar an die Kinder weitergegeben.]


"Bei der Moralisierung der armen Klassen, die sowohl vom ökonomischen wie vom politischen Standpunkt aus so wichtig war, hat man verschiedene Verfahren eingesetzt: das Eintrichtern einer Grundgesetzlichkeit, die unverzichtbar war, sobald das System des Strafgesetzbuches an die Stelle der Gewohnheitsrechte trat; das Beibringen der Grundregeln des Eigentums und des Sparens; das Abrichten zum Arbeitsgehorsam, zur Sesshaftigkeit usw. Zudem hat man spezielle Massnahmen zur Vertiefung der Feindschaft zwischen dem Volk und den Delinquenten getroffen: indem man ehemalige Häftlinge als Denunzianten, Spitzel, Streikbrecher oder Helfershelfer benutzte. Man hat gewöhnliche Vergehen systematisch mit Verstössen gegen die Streik- und Koalitionsgesetzgebung vermengt, in denen es um die Anerkennung eines politischen Status für die Arbeiter ging. Man hat den Arbeiterbewegungen regelmässig unterstellt, von kriminellen Elelenten inspiriert oder manipuliert zu sein. Man hat häufig in Urteilen gegen Arbeiter eine grössere Strenge an den Tag gelegt als gegen Diebe."


"Man hat in den Gefängnissen die beiden Gruppen vermischt un den gewöhnlichen Kriminellen eine bessere Behandlung zuteil werden lassen, während die Journalisten und Politiker zumiest das Recht auf Absonderung hatten. Also eine Verwirrungstaktik, die einen permanenten Konfliktzustand zum Ziel hatte." "Die falsche Unterweisung, die mangelnde Ausbildung der Fähigkeiten und Kräfte, die Niederdrückung der Intelligenz und des Herzens durch erzwungene Arbeit in einem zu zarten Alter." [Mit dem Grundeinkommen fällt diese Form der Auseinandersetzung weg.]


"... wären diejenigen, die heute Richter sind, Arme, so würden sie zweifellos die Zuchthäuser bevölkern; und die Zuchthäusler würden, wenn sie wohlgeboren wären auf den Richterstützen sitzen und Recht sprechen." [Stimmt das? Wie viel ist den Umständen zuzuschreiben? Sollte deshalb das Grundeinkommen bedingungslos sein? Weil der Eingriff in die menschliche Natur zu gross ist, wenn wir das Grundeinkommen an Bedingungen knüpfen?]


[Er (schein-)legitimiert sich Verbrechen auf eine völlig unzulässige Art und Weise.] "Im Grunde manifestiert die Existenz des Verbechens glücklicherweise eine Nicht-Unterdrückbarkeit der menschlichen Natur. Anstatt einer Schwäche oder einer Krankheit ist in ihm eine Energie zu sehen, die sich aufrichtet, ein unüberhorbarer Protest der menschlichen Individualität, die ihm seine befremdende Anziehungskraft verleiht. Ohne das Verbrechen, das bei uns eine Menge eingeschlafener Gefühle und halb erstorbener Leidenschaften weckt, würden wir noch länger in der Unordnung, d.h. in der Spannungslosigkeit, verbleiben." [Er romantisiert das Verbrechen. Evtl. geht es ihm nicht allgemein darum Dinge zu brechen oder Menschen innerlich zu brechen. Er spricht von der menschlichen Natur und irgendwie versteht er nicht dass es seine Pflicht ist die seinige so zu bändigen, dass sie die Natur der anderen Menschen nicht beeinträchtigt oder verletzt. Beeinträchtigung der physischen und psychischen Integrität anderer Menschen ist für ihn kein Übel. Er akzeptiert das Vorhandensein der Natur. Die Natur hat ihm aber keinen guten Platz gegeben. Er sieht dies als Strafe an, weshalb er umgekehrt das Abstrafen anderer Menschen nicht als schlimm erachtet.]


[Und dann schweift er in die Menschheitsgeschichte ab und sieht dort Zusammenhänge wo keine sind. Er sieht den einzelnen Menschen nicht als gefühlsempfindendes Wesen sondern als eine Zusammensetzung von Materie an.] "Die Phalange schloss sich gelegentlich der zeitgenössichen Ästhetisierung des Verbrechens an - aber für einen anderen Kampf." [Das Verbrechen wird verschönert/gut geredet/schön geredet. Er beisst sich auch im Bild vorne in die eigene Phalange: und zwar in die Phalange intermediaire des Zeigefingers. Er sagt nicht explizit für welche Auseinandersetzung. Er sagt nur, dass (wahrscheinlich) er als Intermediaire zwischen beiden Seiten zur Verfügung steht. Er kennt die schuldigen Kriminalisierer und die unschuldigen Kriminalisierten. Warum er in dieser Geschichte mitmacht: seine Motivation scheint allgemein darin zu liegen andere Menschen zu bestrafen. Er hat nicht unbedingt Freude daran die Schmerzen der anderen zu erleben. Es geht mehr um das (Ab-)Strafen selber. Evtl. sieht er den Menschen nur als Zusammensetzung von Knochen (Phalange) an, so wie die Röntgenansicht eines Körpers. Kein Mit gefühl. Nicht mit fühlen.]


"... jeder Häftling hat eine Matrikelnummer." [Matrikel: gemäss Google Oxford Languages: amtliches Personenverzeichnis, Personenstandregister; Wikipedia: öffentliches Verzeichnis. Mit dem richtigen Karteisystem könnte ein solcher Mensch heute beide Seiten in den Griff bekommen: braucht hierfür nur das richtige digitale System. Wie kann so etwas verhindert werden? Ausserdem: andere Organisationen (Länder/Unternehmen) können sich genau solche Phalanx Intermediaire aussuchen zwecks feindlicher Machtübernahme aus der Mitte heraus: dort wo man am wenigsten hinschaut oder etwas vermutet.]


[Er mokiert sich über Gott. Evtl. spielt er auf seine Unsichtbarkeit hin: angeblich kann nicht mal Gott ihn in seiner Unscheibarkeit sehen.]

"Jede Strafinstitution, die das Gefängnis ersetzen soll, gipfelt doch in der Zelle, auf deren Mauern in schwarzen Lettern geschrieben steht: 'Gott sieht dich.'." [Evtl. misst er sich mit anderen Menschen nur in der Disziplin um aufzuzeigen, dass Disziplin die Natur besiegen kann.] "Und dennoch bedeutet das Aufreten jener Spezialisten der Disziplin, der Normalität und der Unterwerfung eine entscheidende Schwelle in der Entstehung und Entwicklung der Psychologie. Die quantitative Erfassung der Empfindungsreationen ... die Spezialisten im Kampf gegen Disziplinlosigkeit sind fruchtbar und mehren sich. In der Normierung der Normalisierungsmacht, im Ausbau des die Individuen erfassenden Macht/Wissen-Komplexes war Mettray mit seiner Schule epochemachend." [Wie kann sich die Gesellschaft bzw. der Bürger vor dem widerrechtlichen Eingriff solcher Personen ins digitale Karteisystem schützen? Oder ganz allgemein von Menschen welche das Gefühl haben sie dürfen überall und jeden normieren?]


"Warum habe ich hier den Schlusspunkt der Entwicklung angesetzt, die zu einer bestimmten - nämlich in etwa noch zu unserer heutigen - Bestrafungskunst geführt hat?" [Warum spricht Foucault in diesem Zusammenhang von Kunst? Sieht er sich selber als Strafkünstler an?] "Das Prinzip der aussergerichtlichen Einkerkerung wurde aber in Wirklichkeit nie aufgegeben." [Evtl. legitimiert er seine eigenen Vergehen.] "Waren die Grenzen zwischen der Einsperrung, den Gerichtsstrafen und den Disziplinarinstitutionen im klassischen Zeitalter schon unscharf, so geht jetzt die Tendenz zur Auflösung der Grenzen - zu einem grossen Kerker-Kontinuum, das die Bestrafungstechniken in die harmlosesten Disziplinen einführ und die Disziplinarnormen in das Herz des Strafsystems einpflanzt ..." "Die harmloseste Disziplin kann mit dem Zuchthaus drohen, und das schwerste Gefängnis notiert beim Lebenslänglichen die geringste Vorhaltensabweichung." [Will evtl. aufzeigen dass das Gefängnis nichts als Strafe im Vergleich zur Disziplinierung ist. Man hat den Eindruck es gehe ihm nur um das Strafen.]


"... das war der Raum für die Abenteuer von Gil Blas, Sheppard oder Mandrin. Das 19. Jahrhundert hat mit den Unterscheidungen und Verzweigungen des Disziplinarsystems Kanalisierungen angelegt, die im Herzen des Systems auf Gelehrigkeit dressieren und Delinquenz fabrizieren." [In seinen Beschreibungen ist er sehr akribisch und versucht sich dann als Philosoph. Er geht über das Beschreiben weit hinaus. Er ist nicht logisch und versucht sich sehr gezwungen dort etwas zu Recht zu konstuieren wo es nichts zu konstruieren gibt. Wahrscheinlich will er damit seine eigenen Fehltritte legitimieren.] "Das Kerker-Kontinuum und die Ausweitung der Gefägnisform legalisieren oder legitimiern jedenfalls die Disziplinarmacht, die sich auf diese Weise alle Ausschreitungen oder Missbräuche erspart." "Das verallgemeinerte Kerkersystem, das in die Tiefe des Gesellschaftskörpers hineinwirkt und die Kunst des Besserns ständig mit dem Recht zum Strafen vermengt macht das Bestraftwerden natürlicher und erträglicher." [Spricht dann später von Kerkerstadt.]


[Was ihn wirklich interessiert] "Wie hat man es fertiggebracht, dass die Leute die Strafgewalt akzeptieren oder ganz einfach das Bestraftwerden ertragen?"


[Und dann will er irgendwie aufzeigen dass es niemand so schwer hat wie er selber.] "Die Begriffe der Unterdrückungs-, Verwerfungs-, Ausschliessungs- oder Verdrängungsinstitutionen reichen folglich nicht aus, um zu beschreiben, wie sich im Zentrum der Kerkerstadt die hinterhältigen Menschlichkeiten, die uneingestehlichen Bosheiten, die kleinlichen Listen, die sorgfältig kalkulierten Verfahren, die Techniken, die Wissenschaft formieren, welche die Fabrikation des Disziplinarindividuums gestatten. In dieser zentralen und zentralisierten Humanität, die Effekt und Instrument komplexer Machtbeziehungen ist, sind Körper und Kräfte durch vielfältige Einkerkerungs-Anlagen unterworfen und für Diskurse objektiviert, die selber Elemente der Strategie sind."

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